Dezember 2007
Von: Christine Busta, Matthias G. Hagenhoff, Rose Ausländer, Rainer Haak
„In dulci jubilo … Alpha est et O“
Das üppige Fest verlassen
und die andere Geschichte erzählen
von Weihnachten
Nicht zu haben
bei den Marktschreiern
ihren Düften, Klängen
ihren Glitzerlichtern
Aus der Stille
kommt es
Aus der Nacht
Auch aus der Einsamkeit
die bitter schmeckt
Aus der Hoffnung
kommt es
leise
In dulci jubilo
ist ein anderes Lied
(nach Gabriele Baur)
Die andere Geschichte - mitten in der Nacht beginnt sie: Kein frommes Spiel der Liturgie, kein stimmungsvoller Glockenklang, kein nachtromantisches Kerzenlicht.
Inmitten der Einsamkeit schlafloser Nächte, inmitten der Ungerechtigkeiten menschlichen Lebens, inmitten der Dunkelheiten einer künstlich erleuchteten Welt, bricht goldenes Licht in die Finsternis und im „Blau“ der Sehnsucht verhüllt, ertönt leise ein himmlisches Hoffnungslied.
Und dieses andere Lied?
Es ist das Lied vom „Alpha“ und „Omega“ - Ein Lob dessen, dem Anfang und Ende der Zeit zueigen sind.
Ist nicht die Weihnachtsbotschaft leer geworden und nur schwer entzifferbar in der eigenen Lebensgeschichte und im Weltenlauf?
Könnte es wahr werden, dass weihnachtliche Glanzlichter einer immer noch hoffnungsvollen Menschwerdung auch unsere Herzen erhellen?
Nicht Nacht und Dunkelheiten müssen unser Leben bestimmen, sondern ein Lied unserer eigenen Menschwerdung will zu Weihnachten erklingen!
„Geburt“ ---
der Stall ist mein Herz
manchmal geschieht
ein Wunder darin
und
aus dem Schnee
wächst ein Stern
in den Himmel
Gottes Segen zu Weihnachten und im Neuen Jahr!
Das wünscht der Förderverein „Freunde des Momme-Nissen-Hauses“
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Gott wohnt, wo man ihn einlässt. Jüdisches Sprichwort
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Die vier Adventssonntage sind so etwas wie Tore in der Zeit. Sie öffnen sich nur langsam, nach und nach. Sie halten uns hin. Das ist Ihre Aufgabe, es uns schwer zu machen. Sie fordern uns heraus, nachzudenken, nachzuspüren. Wir sollen bewusst und vorbereitet sein, wenn wir an Weihnachten die Ankunft Gottes in der Welt feiern.
Ohne diese Bereitung im Advent laufen wir Gefahr, das große Fest zu verpassen. Trotz - oder wegen dem Glanz der Weihnachtstage können wir das Entscheidende übersehen: das schlichte, kleine Kind - das Leben selbst. Die äußeren Feste wollen in uns etwas anstoßen, in uns etwas öffnen. Denn die Ankunft des Lebendigen kann nur in uns geschehen.
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Das Kirchenjahr- Eine Symphonie der Zeit
Das Kirchenjahr ist eine gewaltige Komposition, die die biblischen Geschichten mit den wiederkehrenden Himmelbewegungen von Sonne und Mond verbindet, die einstimmt in die Klima- und Vegetationszyklen der Natur und sie mit den biologischen Rhythmen der Menschen in Einklang bringt. Allerdings nehmen wir diese große "Partitur" selten als Ganze wahr. Uns begegnen die einzelnen Feste meist nur wie verstreute Töne; ihr harmonischer Zusammenklang bleibt dabei verborgen.
"Beim nächsten Ton ist es: 8 Uhr, 52 Minuten und 20 Sekunden - Fiep!" Solche Zeitansagen sind für uns selbstverständlich geworden. Und doch drückt sich in ihnen ein Zeitkonzept aus, das - mit der fortschreitenden Entwicklung der Uhren - erst allmählich entstanden ist: Zeit als ein aus der Zukunft in die Vergangenheit gleichmäßig abfließender Strom, der sich unterteilen läßt in Jahre, Tage, Stunden und Sekunden. Noch jede tausendstel Sekunde ist genau definiert, und alle sind gleich. Keine Zeiteinheit ist gegenüber den anderen herausgehoben. Keine hat eine besondere Stimmung. Stunde ist Stunde.
Mit solch einer berechenbaren Zeitvorstellung läßt sich gut arbeiten. Aber kann man damit auch leben? - Für unser menschliches Empfinden ist Zeit keineswegs immer ein Strom. Es gibt bestimmte regelmäßig wiederkehrende Ereignisse, die uns eher ein kreis- oder spiralförmiges Bild der Zeit vor Augen stellen.
Alles Leben verläuft in Rhythmen. Auch die Cäsium-Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig, die den Takt aller Uhren vorgibt, mißt die Zeit auf der Basis rhythmischer Schwingungen. Interessant für uns als Menschen sind aber v.a. solche Rhythmen, die wir unmittelbar wahrnehmen können und die uns von daher als natürliche Zeitmarken dienen: "Nach dem Abendessen geh ich immer noch mal mit dem Hund raus." Die rhythmischen Gewohnheiten, die unseren Alltag strukturieren, legen wir zum Teil selbst fest; zum Teil folgt unser Leben aber auch übergeordneten Gesetzmäßigkeiten: Vor allem der Wechsel von Nacht und Tag, hervorgerufen durch die Eigendrehung der Erde, regelt unsere Ruhe-, Arbeits- und Essenszeiten. Phänomene wie Jetlag oder die typischen Krankheitsbilder von Schichtarbeitern zeigen, daß sich der menschliche Bio-Rhythmus nicht ohne weiteres von dem großen, natürlichen Tageszyklus abkoppeln läßt.
Ein anderer wichtiger Rhythmus ist der Jahreskreis, der uns durch den Wechsel der Jahreszeiten erfahrbar wird. Beim jährlichen Umlauf der Erde um die Sonne verändert sich - aufgrund der Neigung der Erdachse - langsam aber stetig die Dauer der Sonneneinstrahlung auf den jeweiligen Beobachtungsstandpunkt.
Die Veränderung in der Intensität von Licht und Wärme beeinflußt das Klima und bringt - zumindest in unseren Breiten - vier ausgeprägt unterschiedliche Vegetationsphasen hervor. Die Einteilung des Jahres in Frühling, Sommer, Herbst und Winter beruht also letztlich auf astronomischen Gesetzmäßigkeiten: Anhand des Sonnenstands lassen sich jene vier markanten Zeitpunkte ermitteln, die jeweils den Beginn eines neuen Quartals markieren.
Spätestens seit dem 4. Jahrhundert haben die Christen begonnen, die natürlichen Signaturen der Zeit bewußt in die kirchlichen Lebensordnungen einzubeziehen. Man wollte im Einklang leben mit der gottgegebenen Schöpfungsordnung, deren Zeitmaße sich an den Bewegungen der Himmelskörper ablesen ließen.
In den Klöstern begannen Mönche, zu festen Zeiten ihre "Stundengebete" zu singen, deren Texte atmosphärisch auf die jeweilige Tageszeit abgestimmt sind.
Und für jedermann mitvollziehbar, bildete sich ein kirchlicher Festkalender aus, in dem sich die Zyklen der natürlichen Jahreskreises mit den geistigen Inhalten des Christentums zu einer organischen und tiefsinnigen Einheit verbanden.
Ursprünglich war allein Ostern "das" große Jahresfest der Christenheit. Als man begann, die einzelnen Glaubensinhalte auf verschiedene Termine im Jahreslauf zu verteilen, wurde jeweils wenige Tage nach Quartalsbeginn ein großes Fest plaziert, das dem Charakter der Jahreszeit und der seit jeher symbolisch damit verbundenen menschlichen Lebensphasen entsprach.
Das Weihnachtsfest wurde in der westlichen Kirche ganz bewußt vom 6.Januar auf den 25.Dezember verlegt, um ein römisches Sonnenwendfest zu ersetzen. Von daher spielt der Kontrast von Finsternis und Licht an Weihnachten seit jeher eine große Rolle. Das eigentliche Meditationsbild des Festes ist aber das neugeborene Kind: Ungeschützt und gefährdet, ist es doch Träger der Hoffnung auf das neue Leben, das sich in der winterlichen Verborgenheit vorbereitet. Es ist kein Zufall, daß die Kinder und die Familie im Mittelpunkt weihnachtlichen Brauchtums stehen. Erwachsene werden durch das Geburtsfest des Gotteskindes an die eigene Kindheit erinnert; z.T gelingt es ihnen, in das paradiesische Ideal familiärer Geborgenheit kurzzeitig wiedereinzutauchen, z.T. erleben sie sich aber auch im schmerzhaften Abstand dazu.
Das Osterdatum ist ebenfalls vom Beginn einer Jahreszeit abgeleitet: Die Feier der Auferstehung Christi wird am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche begangen. Wie sein jüdisches Vorbild (Passah) ist auch das christliche Ostern ein Frühlingfest. Erfahrungen der aufbrechenden Natur im Frühjahr veranschaulichen die Botschaft von der Auferstehung Christi.
Der Johannistag (24.Juni) wird derzeit kaum mehr begangen, spielte aber in der Vergangenheit eine wichtige Rolle. Da nach biblischer Überlieferung (Lk 1,36) Johannes der Täufer sechs Monate älter als Jesus war, wurde sein Geburtsfest, von Weihnachten ausgehend sechs Monate zurückgerechnet, auf die Sommersonnenwende festgesetzt. Johannes, ein wilder Mann und kraftvoller Wegbereiter Jesu, passte für ein Fest in der sommerlich, sonnendurchfluteten Jahreszeit. Wie Pfingsten ist Johanni ein feuriges Fest, voller Lebensfreude und Erotik; aber auch von dem Wissen geprägt, daß die Lebenskraft nicht unsere ist, sondern uns von Gott zuwächst. In der Zeit um Pfingsten und Johanni herum finden die meisten Trauungen des Jahres statt. Es kommen also Leute in die Kirche, die auf der Höhe ihrer Kraft stehen, die aber auch die größte Arbeitslast zu tragen haben.
Auch Michaelis (29.9.) ist ein inzwischen versunkenes Fest, an dem sich aber der Charakter des herbstlichen Kirchenjahres noch immer gut erkennen läßt. Die Michaelsgeschichte, der Kampf zwischen guten und gefallenen Engeln, spiegelt die Ambivalenzen wider, die am Ende eines jeden Lebens offenliegen. Vieles ist gelungen; dafür ist Dank zu sagen (Erntedank). Manches ist auch falsch gewesen oder unwiederbringlich verlorengegangen; auch das ist zu bekennen und zu beklagen (Bußtag, Totentage). Wenn das geschieht, wird Gott sich am Ende als ein gnädiger Richter erweisen, der die Bruchstücke des Lebens zu einem Ganzen zusammenfügt (Ewigkeitssonntag).
Die Feste der Christenheit sind mit solch knappen Interpretationsansätzen keineswegs ausreichend erfaßt. Hier soll nur deutlich werden, daß die einzelnen Feiertage in einem Zusammenhang stehen. Wer dem kirchlichen Kalender folgt, wird im Laufe jedes Jahres einmal an die Grundfragen des Lebens heranführt.
Die gegenwärtige Eventkultur versucht, das Leben als eine nichtendenwollende Party zu inszenieren, produziert dabei aber unvermeidlich Abstumpfung. Eine Zeit lang lassen sich Attraktionen zwar immer weiter steigern ("Es geht lauter"), aber irgendwann sind unsere Sinne ausgereizt - und die Seele ausgebrannt. Der christliche Kalender hat eine weisere Festkultur bewahrt: Das Kirchenjahr ist kontrapunktisch komponiert. Den großen Festen (Weihnachten, Ostern) sind Bußzeiten (Advent, Passionszeit) vorgelagert. Den Zeiten der Ausgelassenheit gehen also Phasen innerer Einkehr voraus. Der Kontrast läßt die Töne des sich anschließenden Festes umso strahlender erklingen.
Der Advent ist eigentlich eine Zeit der Bereitung und des Wartens. Für Kinder eine Zeit des Duftes, aber noch nicht des Essens; für Erwachsene auch eine Zeit des Schmerzes, der aus dem Gegensatz von Sehnsucht nach einer heilen Welt und der realistischen Einsicht in die leiderfüllte Wirklichkeit erwächst. Überall dort, wo der Advent diese eigene Prägung verloren hat und zur bloßen "Vor-Weihnachtszeit" herabgesunken ist, ist der verlebendigende Kontrast verloren. Die Folge: Bis zum Heiligen Abend haben sich die Kinder am Lebkuchen den Magen verdorben; und die Erwachsenen können die süße Weihnachtsmusik nicht mehr hören.
Die Fastenzeit in den sieben Wochen vor Ostern wurde zum Teil aus der Not geboren (nach einem langen Winter waren in dieser Zeit die Vorräte oft knapp). Aber der Fastenbrauch entspricht auch einer biorhythmischen Tendenz zur Entschlackung in dieser Jahreszeit (Frühjahrsputz,Frühjahrsdiät). Körperliche und seelische Reinigung, bei der die Sinne geschärft werden und das Leben tiefer und bewußter erfahren wird, schafft gute Vorraussetzungen, um an Ostern mit der Auferstehung Christi das Wiedererwachen des Lebens im Frühling befreit und freudig begrüßen zu können.
Nun sind sieben Wochen eine lange Zeit. Die Passionssonntage waren deshalb schon immer von den Fastenregeln ausgenommen. Und mancherorts haben es sich die Menschen nicht nehmen lassen, vor Beginn der Passionszeit noch einmal feste zu feiern. Dem geradlinigen Protestantismus sind Fastnacht und Karneval zwar immer fremdgeblieben, aber vielleicht kann man zumindest gedanklich nachvollziehen, daß Lachen und Weinen manchmal nahe beieinanderliegen. Das Kirchenjahr ist auch darin eine Schule des Lebens, daß es herausfordert, die Zusammenhänge zwischen den Gegensätzen zu erkennen.
Christian Trappe
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Was ich dir zum Advent schenken möchte
Einen Orgelton wider den finsteren Morgen,
meinen Atem gegen den Eiswind des Tags,
Schneeflocken als Sternverheißung am Abend
und ein Weglicht für den verlorengeglaubten
Engel, der uns inmitten der Nacht
die Wiedergeburt der Liebe verkündet.
Christine Busta
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„Die Nacht ist vorgedrungen“, so beginnt ein Adventslied nach Versen von Jochen
Klepper, in der das Sehnen von der dunklen Nacht zum hell erleuchteten Tag besungen wird. Wir kennen die „Nacht“, sowohl die Nacht um uns herum als die in uns, ausgedrückt in Bildern: Jemand „sieht schwarz“, „tappt im Dunkeln“ oder „blickt nicht mehr durch“.
Alle Religionen können als Antwortversuch auf das Dunkel des Lebens verstanden werden. Nur wer in die Tiefe geht, wer die Tiefpunkte des eigenen Lebens zu durchleiden wagt, wird ganz werden, heil und erlöst. „Nacht“ bedeutet beides: Sie ist undurchschaubar, gefährlich und sie ist schützendes Dunkel, Raum des Vertrauens, erholsamer Schlaf.
Die Nacht spielt auch in der christlichen Liturgie eine zentrale Rolle: die Heilige Nacht, in der Jesus geboren wurde, die Osternacht, in der das neue Licht leuchtet, das alle Finsternis überwindet. In Taizé, wo ich mit Schülern schon mehrfach die Lichterfeier, in der der Auferstehung Jesu Christi gedacht wird, erleben durfte, kommt dies besonders zum Ausdruck, wenn sich das Licht in der schummrigen Kirche langsam zu einem glanzvollen Lichtermeer ausweitet.
Die entscheidende Botschaft des Advent lautet: Die Nacht gehört zu unserem Leben dazu, aber es wird nicht Nacht bleiben. Auch im Dunkel der Krankheit, Hilflosigkeit, Unfreiheit, auch in der quälenden Frage nach dem „Warum?“ oder im Dunkel des Todes ist Gott anwesend. „Mitten im Unheil kommt das Heil auf uns zu“.
Diese kraftvolle Hoffnungsbotschaft zu bezeugen, ist Auftrag der Kirche. Wir brauchen diese Visionen, die sich auf das beziehen, was Menschen und die Welt wirklich bewegt.
In den Armenvierteln ebenso wie an den Börsenplätzen, in der „Religion“ der Unterhaltungsindustrie bis zur Unterhaltung durch die Religionen. Die Adventsbotschaft verschweigt nicht das Dunkel, aber sie verheißt das Licht. Sie bringt nicht Vertröstung, wohl aber Trost. Sie ist durchaus politisch und sieht doch jeden einzelnen. Für diesen Glauben stehen auch die eindrucksvollen Verse von Jochen Klepper, der diese im Vorkriegsjahr 1938 schrieb: „Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.“
Matthias G. Hagenhoff
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HERR L. WARTET auf GOTT
Als man Herrn L. mitteilte, dass Gott selbst in diese Welt kommen wollte, war er nicht überrascht. Im Unterschied zu manch anderem fand er, es sei höchste Zeit, dass Gott sich diese Welt einmal genauer anschaue.
Um die Zeit bis zur Ankunft Gottes sinnvoll zu nutzen, beschloss Herr L. , sich auf den Besuch Gottes vorzubereiten. Es war sicher nicht verkehrt, dachte er, sich ein wenig über diesen Gott zu informieren. Also begann er, im Buch der Bücher zu lesen. So erfuhr er, dass man diesen Gott daran erkenne, dass er voller Erbarmen sei und ein Herz für die Armen und Schwachen habe. Er las und las, verstand nicht alles, wunderte sich sogar hier und da ein wenig. Manches berührte ihn sehr. So wartete er auf die Ankunft Gottes.
Eines Tages fragte er sich, ob es nicht an der Zeit sei, das Warten zu beenden. Zwei Jahrezehnte Warten waren ja nicht gerade eine kurze Zeit. Er hatte den Eindruck, dass er einer Falschmeldung aufgesessen sein musste, als er der Nachricht von der bevorstehenden Ankunft glaubte. Herr L. stand kurz davor, das Warten auf Gott einzustellen.
Doch dann tat er es doch nicht. Denn er hörte von einem Flüchtling, der nur noch deshalb Überlebenswillen hatte, weil er ganz fest mit dem Kommen Gottes rechnete.
Herr L. dachte an diesen verzweifelten Menschen und brachte es nicht übers Herz, das Warten auf Gott einzustellen.
Bei dieser Erfahrung blieb es nicht. Jedes Mal. Wenn er dachte, nun habe er lange genug auf Gott gewartet, begegnete ihm wieder ein Mensch, der ihn in seinem Leid so berührte. Wie konnte er da das Warten auf Gott einstellen?
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Mit verbundenen Augen
Mit verbundenen Augen
die Wurzeln des Himmels
erblicken
Höher steigen höher
zu Wolkenrosen
Die Sterne begrüßen
mit einem verwunschenen Wort
Im Mond das lächelnde Kind
sagt Shalom
Mit verbundenen Ohren
dem Kindchen lauschen
Shalom
in einer Welt die
noch nicht geboren ist
Rose Ausländer
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Wir hoffen ...
FRIEDE
(siehe auch Jesaja 11, 6-9)
Philosophen haben gesagt,
dass der Mensch dem Menschen ein Wolf sei
und der Krieg der Vater aller Dinge
und das Leben nichts als ein Kampf
ums Dasein.
Ich gehe auf die Straße, früh am Morgen.
Schon das Einsteigen in die Straßenbahn
geschieht nicht ohne Hass.
Dichter haben geträumt
von einer Zeit, in der der Mensch
dem Menschen ein Helfer ist,
und von einer Welt,
die man bereiten sollte
für Freundlichkeit.
Ich gehe auf die Straße, früh am Morgen.
Schon die erste Begegnung
kann nicht ohne Mitleid geschehen.
Schaut ihn doch an, diesen Menschen,
er ist so verletzbar.
Sei vorsichtig mit ihm,
sei freundlich mit ihm
und voller Sanftmut!
Ein Prophet hat gesagt:
Die Zeit wird kommen,
da wird wohnen der Wolf mit dem Lamm
in Frieden.
Joop Roeland
aus: „Nach dem Regen grünes Gras“ (Styria Verlag)
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Feste im Kirchenjahr
sind Rastplätze,
an denen wir
vom Tempo unserer Lebensautobahn
einmal nicht bestimmt werden müssen.
Sie sind Einladungen Gottes,
seine Gastfreundschaft in Anspruch
zu nehmen.
An Weihnachten
öffnet Gott uns seine Tür,
um im Stall an der Krippe
seine Menschwerdung
voller Ehrfurcht zu bestaunen.
An Karfreitag
legt Gott seinen Arm um uns
und zeigt ans Kreuz:
Mein Sohn ist für deine Lebenswunden
gestorben.
Er schlägt die Brücke von dir zu mir.
Am Ostermorgen
steht Gott in Gestalt der Engel
am offenen Grab und schenkt Hoffnung:
Der Tod hat sein Gastrecht verloren.
Mein Sohn hat den Menschenfeind bezwungen.
Jesus Christus ist auferstanden und lebt.
An Pfingsten
lädt Gott uns alle ein,
aus unserer Isolation herauszutreten,
um miteinander, in seinem Namen,
Gemeinschaft zu leben.
Wirklich ein Festangebot!
Gerdi Stoll
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Zum Glück gehört Zeit
Wie habe ich mich im vergangenen Jahr auf das Weihnachtsfest im großen Kreis der Familie gefreut! Ich habe es mir vorher bereits in den schönsten Farben ausgemalt. Doch dann wurde das Ganze eine große Enttäuschung. Es gab Streit und Sticheleien und viel Langeweile. Hatte ich zu viel erwartet?
Und auch die teure Urlaubsreise, auf die wir lange gespart und uns so sehr gefreut hatten, war ein einziger Reinfall.
Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke, stelle ich erstaunt fest: Die schönsten Augenblicke entstanden meistens völlig unvorbereitet. Ich denke an die spontane Einladung zu einem einfachen Essen draußen im Garten. Wir saßen dort bis in die Nacht zusammen und waren fröhlich wie lange nicht mehr. Oder der Besuch der alten Kirche, als der Organist gerade für ein Konzert probte. Wir bekamen alle eine Gänsehaut. Oder der Abend, an dem wir beide noch einmal über alles sprachen und feststellten, wie groß unsere Liebe noch immer ist.
Rainer Haak
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Gott gebe dir
für jeden Sturm einen Regenbogen,
für jede Träne ein Lachen,
für jede Sorge eine Aussicht
und eine Hilfe in jeder Schwierigkeit.
Für jedes Problem, dass das Leben schickt,
einen Freund, es zu teilen,
für jeden Seufzer ein schönes Lied
und eine Antwort auf jedes Gebet.
November 2007
Von: Goethe, Heinrich Seidel,Eugen Biser,Dostojewski,Goethe, Frère John
„An Zerstreuung lässt es
die Welt uns nicht fehlen.
Wenn ich lese, will ich
mich sammeln.“
Goethe
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Regentag im Herbst
Still vom grauen Himmelsgrunde
Sprüht der sanfte Regenstaub -
Trüber Tag und trübe Stunde -
Thränen weint das rothe Laub;
Vom Kastanienbaum ohn’ Ende
Schweben still die welken Hände.
Trübe Herbstesregentage:
Gerne wandr’ ich dann allein,
Was ich tief im Herzen trage,
Leuchtet mir in hellem Schein;
In die grauen Nebelräume
Spinn’ ich meine goldnen Träume.
Und so träum’ ich still im Wachen,
Bis der Abend niedersinkt,
Und in all den Regenlachen
Sanft und roth sein Abglanz blinkt.
In der Nähe, in den Weiten:
Rosenschimmer bessrer Zeiten!
Heinrich Seidel
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November
Solchen Monat muss man loben:
Keiner kann wie dieser toben,
Keiner so verdriesslich sein
Und so ohne Sonnenschein!
Keiner so in Wolken maulen,
Keiner so mit Sturmwind graulen!
Und wie nass er alles macht!
Ja, es ist ’ne wahre Pracht.
Seht das schöne Schlackerwetter!
Und die armen welken Blätter,
Wie sie tanzen in dem Wind
Und so ganz verloren sind!
Wie der Sturm sie jagt und zwirbelt
Und sie durcheinanderwirbelt
Und sie hetzt ohn’ Unterlass:
Ja, das ist Novemberspass!
Und die Scheiben, wie sie rinnen!
Und die Wolken, wie sie spinnen
Ihren feuchten Himmelsthau
Ur und ewig, trüb und grau!
Auf dem Dach die Regentropfen:
Wie sie pochen, wie sie klopfen!
Schimmernd hängt’s an jedem Zweig,
Einer dicken Thräne gleich.
O, wie ist der Mann zu loben,
Der solch’ unvernünft’ges Toben
Schon im Voraus hat bedacht
Und die Häuser hohl gemacht!
So, dass wir im Trocknen hausen
Und mit stillvergnügtem Grausen
Und in wohlgeborgner Ruh
Solchem Greuel schauen zu!
Heinrich Seidel
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»Wer der gegenwärtigen Krisenstunde auf den Grund geht, entdeckt dort eine Bewegung, die auf eine Neugestaltung des religiösen Lebens hinwirkt. Im Einzelnen handelt es sich um einen Wandel vom Gehorsamsglauben zum Verstehensglauben, vom Bekenntnisglauben zum Erfahrungsglauben und vom Leistungs- zum Verantwortungsglauben. Das aber läuft insgesamt auf eine Neuentdeckung des Glaubens hinaus.«
Eugen Biser (kath. Fundamentaltheologe und Religionsphilosoph)
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Das Licht
kümmert die Dunkelheit nicht.
Denn alles,
was es berührt,
macht es zu seinesgleichen.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski
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Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen,
Die Sonne stand zum Gruße der Planeten,
Bist alsobald und fort und fort gediehen
Nach dem Gesetz, wonach du angetreten.
So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen,
So sagten schon Sibyllen, so Propheten;
Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt
Geprägte Form, die lebend sich entwickelt.
Johann Wolfgang von Goethe
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Was macht den christlichen Glauben aus?
Zunächst ist der Begriff Religion nicht sehr hilfreich, um den christlichen Glauben in seiner Einzigartigkeit zu beschreiben, auch wenn er einen „religiösen“ Aspekt hat, weil es sich um die Beziehung mit dem Absoluten handelt, das wir allgemein Gott nennen. Handelt es sich also um eine Form von Spiritualität? Ja, in dem Sinne, dass sie einen persönlichen Weg darstellt, der durch das Eintauchen in den Sinn der Existenz gekennzeichnet ist. Jedoch ist dieser Weg nicht allein dem individuellen Willen überlassen, er ist keine Ansammlung von Elementen, die ein jeder nach seinem persönlichen Interesse zusammenstellt. Weit entfernt davon, ein Umherirren zwischen den Überresten der spirituellen Traditionen der Menschheit zu sein, handelt es sich um eine Pilgerreise auf den Spuren Christi, die den Pilger kontinuierlich mit denen in Beziehung setzt, die sich auf demselben Weg befinden.
Ist der christliche Glaube also ein gemeinschaftliches Leben? Diese Definition bietet den großen Vorteil, mit dem Leben der Urchristen übereinzustimmen, wie es im Neuen Testament beschrieben ist. Es muss hinzugefügt werden, dass sich so ein gemeinschaftliches Leben nicht nur in bloßem Zusammenleben erschöpft, sondern dass seine Wurzeln bei Gott liegen; es bedeutet im wesentlichen Teilhabe am Leben Gottes, ein Leben, das Liebe und damit Leben für die anderen ist. Auch wenn es in der Realität nicht vollkommen ist, ist es von Anfang an per se inklusiv, universell, bezieht praktisch jeden Menschen mit ein. In diesem Sinne sind die Grenzen der christlichen Gemeinschaft nicht ein für alle mal festgeschrieben, sondern sie fallen letztlich mit der gesamten Menschheitsfamilie, der gesamten Schöpfung zusammen.
Als Quintessenz lässt sich der Glaube an Jesus Christus also als Angebot sich vollziehender Verwirklichung einer umfassenden Gemeinschaft in Gott beschreiben. Sehen wir uns diese Definition genauer an: Zuerst einmal ist der christliche Glaube nicht von Menschen geschaffen sondern ein Angebot beziehungsweise eine Einladung, die von Gott kommt. Die biblische Offenbarung in seiner Gesamtheit ist durch diese Umkehrung der Perspektiven gekennzeichnet. Das war schon damals bei Israel der Fall: Die Identität dieses Volkes gründete sich nicht auf geographische Kriterien oder auf Abstammung, sondern auf die freie Erwählung eines geheimnisvollen und transzendenten Gottes. Dieses verstärkt sich noch mit dem Kommen Jesu Christi. Für seine Jünger – und hier haben wir eine Situation, die bei fast allen Religionsstiftern bzw. Gründern von Schulen der Spiritualität anders ist – war Jesus kein Mann, der unerwartet von göttlicher Macht erwählt wurde oder der mit Müh und Not eine Erleuchtung erreicht hatte, er ist in erster Linie weder Prophet noch Meister der Weisheit, noch Philosoph oder Seher. Bei ihm, so undenkbar das auch erscheinen mag, ist die Quelle des Lebens, die uns entgegen kommt. Wenn der christliche Glaube ein Angebot des Absoluten ist, liegt die Rolle der Menschen vor allem darin, die Einladung anzunehmen und darauf zu antworten. Es fällt nicht den Menschen zu, die Umrisse dieser Einladung zu bestimmen. Und wenn Gott durch Christus dazu aufruft, ein gemeinschaftliches Leben zu führen, bezieht sich sein Ruf auf die persönlichste Dimension des Menschen, er versucht, in ihm eine Freiheit zu wecken. Alles Gründe, weshalb ein solches Angebot das genaue Gegenteil eines Zwanges ist. Jeglicher Versuch, es durch offene oder versteckte Mittel zu erzwingen, geht wider seine Natur.
Zweitens ist die christliche Botschaft ein Angebot sich vollziehender Verwirklichung, das heißt, eine reale und nicht theoretische Einladung. Es geht vorrangig nicht um Ideen, um das richtige Verständnis intellektueller Wahrheiten. Theologisch ausgedrückt ist der Glaube keine Gnosis. Wie Jesus das Wesentliche seiner Botschaft durch sein Leben bis hin zu seinem Tod an einem Kreuz deutlich gemacht hat, macht der Jünger sein Leben ebenfalls zur Botschaft. Wie es Paulus ausdrückt, hat Christus sein Leben für alle gegeben, „damit die Lebenden nicht mehr für sich leben, sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde“ (2. Korinther 5, 15). Diese Existenz „für Christus“ kommt in der Existenz „für die anderen“ zum Ausdruck. So gelangen wir auf einem anderen Weg zum Vorrang des gemeinschaftlichen Lebens. Das Christentum ist vielleicht in der Hinsicht einzigartig, dass es keinen Widerspruch zwischen Lehre und Praxis zulässt, ohne dabei seinen Wesensgehalt zu verlieren. Im Gegenteil, die Lehre ist mit der Praxis identisch, denn es geht in beiden Fällen um Gemeinschaft mit Gott und mit den Menschen. Wenn die Christen keine brüderliche Liebe üben, wenn die Kirchen in Gleichgültigkeit oder gegenseitiger Konkurrenz verharren, ist all ihre Predigt nur toter Buchstabe.
Frère John aus Taizé
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"November"
Der Himmel schneeschwarz,
und im Teich beginnt's
heraufzuscheinen
Lautlos
Wie in uns
Wenn wir ergrauen
Reiner Kunzer
Oktober 2007
Von: Pierre Stutz, Bernhard Meuser, Joseph Freiherr von Eichendorff, Hans Kruppa
"Nun lass den Sommer gehen"
"Nun lass den Sommer gehen " Unweigerlich kommt die dunkle Jahreszeit auf uns zu. Die Blätter färben sich gelb, golden und rötlich, das Wetter wird rauer, es wird Herbst. Unterschiedliche Stimmungen prägen unser Empfinden in dieser Jahreszeit.
Herbstzeit ist Erntezeit. Dankbarkeit erfüllt unser Herz. Wir freuen uns über die Früchte der Erde und über alles, was uns in unserem Leben geschenkt ist. Beim Blick auf die verschiedenen Regionen der Erde und die Armut in unserem Land wird uns deutlich: es ist nicht selbstver- ständlich, dass wir alles haben, was wir zum Leben brauchen.
Herbstzeit ist Ruhezeit. Die Tage werden kürzer, der Sonnenschein wird uns mehr und mehr genommen. Der Herbst lädt uns ein, den Blick nach innen zu richten. Wir können in Zeiten der Ruhe und der Dunkelheit ganz bei uns sein, aber auch die längeren Abende zur intensiveren Kommunikation mit Anderen nutzen.
Herbstzeit ist Abschiedszeit. Wir erleben das Ende des Sommers und den bald beginnenden Winter. Die sterbende Natur löst bei uns Trauer und Schmerz aus. Wir sind aufgefordert, Abschied zu nehmen von der blühenden Natur und der Wärme des Sommers.
Joseph Freiherr von Eichendorff drückt es in seinem "Herbstgedicht" einmal so aus:
Nun lass den Sommer gehen,
Lass Sturm und Winde wehen.
Bleibt diese Rose mein,
Wie könnt ich traurig sein?
Die letzten beiden Zeilen nähren die Hoffnung, dass durch alle Monate des Jahres und alle Jahreszeiten des Lebens hindurch etwas lebendig bleibt, was uns trägt und vor der Verzweiflung bewahrt: Es ist die "Rose", die Liebe, aus der wir leben und aus deren Kraft wir unser Leben gestalten können.
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DAS LEBEN MUSS SICH ÄNDERN
Nichts ist so gewiss wie die Ungewissheit,
nichts so unvergänglich wie die Vergänglichkeit.
Darum genieße ich den kostbaren Augenblick,
die schönen Stunden und Tage,
denn sie werden vergehen.
Ich will nicht traurig darüber sein,
sondern dieses unumstößliche Gesetz des Lebens
mit größtmöglicher Gelassenheit akzeptieren.
Ich will lernen, das Wunderbare zu umarmen,
ohne mich daran zu klammern.
Das Leben ist in ständiger Bewegung,
immer im Umbruch begriffen.
Es ändert sich von Sekunde zu Sekunde
und muss sich ändern,
um lebendig zu bleiben.
Und ich muss mich mit ihm ändern,
ohne mir untreu zu werden.
Hans Kruppa
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Gelassen bleiben
Meine Sehnsucht ist groß
ich selber zu werden
nicht gelebt zu werden
sondern aus der Mitte heraus
mich entfalten zu können
Meine Sehnsucht ist groß
mich lassen zu können
Idealbilder von mir loszulassen
damit ich immer so werde
wie Gott mich von Anfang gemeint hat:
als sein Abbild
Meine Sehnsucht ist groß
mich zu finden
weil ich nur so Gott finden kann
im tiefsten Seelengrund
wo ich sein darf vor aller Leistung
Meine Sehnsucht ist groß
mich lassen zu können
um in meinen Gaben
meine Lebensaufgabe zu entdecken
im Entfalten und Aufgeben meiner Gaben
zum Wohle der Gemeinschaft
Pierre Stutz
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Sonnenschein falle auf deinen Weg,
der begleitet sei von vielen Freunden, die dich lieben.
Spaß an Arbeit und Spiel wünsche ich dir.
Lachen überwiege jede Sorge.
In deinem Herzen sei ein Lied und Freude,
die überall wartet, dein ganzes Leben.
Alter Segensspruch
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Auch in den allerkleinsten Dingen
Ob du mich
für die großen
oder für die kleinen Dinge bestimmt hast,
werde ich erst zuletzt wissen,
mein unerforschlicher Gott.
Aber hilf mir,
auch in den allerkleinsten Dingen
das Größte an Liebe und Treue
zu geben.
Bernhard Meuser
September 2007
Von: Wilma Klevinghaus, hl. FRANZISKUS, Hanns Dieter Hüsch
Segen für Allewelt
Im übrigen meine ich
Daß Gott unser Herr
Uns eine große Zeit schenke-
Den Familien einen Korb voll Ruhe
Und viele hoffnungsvolle Blicke
auf Grün und Blau
Wiesen und Wasser und weiße Strände -
Leise Monate
Daß er das Geschrei aus der Welt nimmt
Und Stille verordnet
Dazu gehört daß er den Kriegern das Handwerk aus den Händen nimmt
Und denen die ohne Arbeit sind die Hoffnungslosigkeit
Und die Mächtigen nicht
zu Mafiosi werden läßt
Alle können wir daran mittun
und daran arbeiten
Daß das Leben langsamer verläuft
Daß die Welt alle Aufregung verliert
Und die Menschen sich länger ansehen können Um sich zu sagen: Wir lieben euch!
Gott unser Herr möge diese Stille segnen
Möge diese Stille denen überall
in die Ohren blasen
Die unsere Zeit noch schneller machen möchten Und damit noch kürzer noch atemloser
Gott unser Herr wir bitten dich: Mach es!
Auf daß unser Herz wieder
Luft schnappen kann
Unser Auge aufhört zu zappeln Und unser Ohr wieder richtig hört
Und nicht alles vergißt
Denen die uns dies alles austreiben möchten
Möge Gott der Herr
einen Blitz ins Gesäß jagen
Damit sie ihr
unmenschliches Tun einsehen
Und die Menschen seines Wohlgefallens in Ruhe lassen
Im wahrhaftigsten Sinn dieses Wortes in Ruhe lassen
Und wir wollen unseren
Herrgott abermals bitten
Dieses Ansinnen von uns
überall zu segnen
Und weil es sein muß
sofort und immerdar!
Danke und Amen.
Hanns Dieter Hüsch
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Lass mich dich loben
o Gott
in meinem Alltag!
Zwischen Computern
Ampeln
und Einkaufswagen
im Klassenzimmer
an Wäschekörben
und Krankenbetten –
Lass mich dich loben
o Gott
auch in der Langeweile
nutzlos erscheinender
geraubter Stunden
Öffne meine Augen
dass sie im Verborgenen
und in den Rätseln des Lebens
das Wunder erkennen
dass du uns liebst
und gib in der Hetze
meiner Geschäfte
wie im Einerlei
des längst Gewohnten
mir ein Lied dir zur Ehre
auf Lippen und Hände
Wilma Klevinghaus
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Der Sonnengesang des hl. FRANZISKUS
H öchster allmächtiger guter Herr
Dir sei das Lied die Herrlichkeit die Ehre
und aller Segen
Dir allein Höchster kommen sie zu
Kein Mensch ist würdig dich zu nennen
L ob sei dir mein Herr
mit deiner ganzen Schöpfung
vor allem mit dem Herrn Bruder Sonne
Er bringt uns den Tag
und spendet uns Licht
Schön ist er
und strahlend mit großem Glanz
Von dir Höchster ein Zeichen
L ob sei dir mein Herr durch Schwester Mond
und die Sterne
Am Himmel formtest du sie
glänzend kostbar und schön
L ob sei dir mein Herr durch Bruder Wind
durch Luft und Wolken
durch heiteres und jedes Wetter
Durch sie gibst du deiner Schöpfung Leben
L ob sei dir mein Herr durch Schwester Wasser
Sehr nützlich ist sie demütig kostbar und rein
L ob sei dir mein Herr durch Bruder Feuer
Durch ihn ist die Nacht erhellt
Schön ist er freundlich kraftvoll und stark
L ob sei dir mein Herr durch unsere Schwester Mutter Erde
Sie belebt und lenkt uns
Sie erzeugt viel Früchte
farbige Blumen und Gräser
L ob sei dir mein Herr durch jene
die um deiner Liebe willen vergeben
und Schwachheit und Not ertragen
Selig die ausharren in Frieden
Du Höchster wirst sie krönen
L ob sei dir Herr
durch unsere Schwester den leiblichen Tod
Kein lebendiger Mensch kann ihr entrinnen
Weh denen die in tödlicher Schuld sterben
Selig die sie findet in deinem heiligsten Willen
Der zweite Tod tut ihnen nichts Böses
L ob und segnet meinen Herrn
Dankt und dient ihm in großer Demut
(Übersetzung: Anton Rotzetter)
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Für mich ist das Universum ehrfurchtgebietend. Ich kann es nicht erklären, wie ich auch Gott nicht erklären kann. Ich spüre, dass da mehr ist, als die Wissenschaft mir sagt. Intuitiv erfasse ich Dinge, die ich nicht beweisen und belegen kann und die doch sehr wichtig sind. Es ist wie eine Wahrnehmung, die über die Sinne hinausgeht.
Die Wissenschaft spricht von den fünf Sinnen. In Wirklichkeit besitzen wir Menschen aber so viele Sinne, wie wir nur haben wollen. Wir haben noch andere Sinne, und viele Tiere, wie etwa Brieftauben, haben Sinnesorgane, die wir kaum begreifen können. Vielleicht sprechen sie auf das Magnetfeld der Erde an. Aber schon dieser Erklärungsversuch weist in die falsche Richtung, denn erzwängt uns wieder in den falschen Rahmen der Wissenschaft.
Anstatt uns weiter zu entwickeln, kommt mir vor, entwickeln wir modernen, zivilisierten Menschen uns zurück. Wir geben uns fortschrittlich und meinen, die armen Indianer bleiben immer weiter zurück. Aber ich glaube, sie bleiben voran. Denn wir verlieren immer mehr unsere natürlichen Fähigkeiten.
Norman H. Russell
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Was wir von Gott wissen,
ist Reflex und Refektion,
ist Spiegelung und Echo,
ist Widerschein und Abglanz,
ist winziges Tröpfchen
und auch ein ganzer Regenbogen ...
Namen und Begriffe
sind wie Fesseln,
die versuchen, Geist zu (be-) greifen,
sind wie Gitter, die versuchen,
Licht (einzu-) binden ...
Doch wir haben nichts anderes,
an das wir uns halten und
mit dem wir uns
unter-halten
könnten.
In seiner Lebensfülle
übersteigt Gott die Möglichkeiten
der menschlichen Sprache,
ist er der Namenlose,
weil Vielnamige,
der Unnennbare,
weil Rufbarste.
(LTHK, Gottesnamen)
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Der Glaube ist wie ein Musikinstrument:
Jedes klingt und schwingt
und reagiert anders.
Jeder Spieler vermag ihm andere Töne zu entlocken; es erlaubt der Seele sich mit ihrer Freude ebenso auszudrücken
wie mit ihrem Schmerz und ihrer Trauer.
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„Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche ihre Schönheit und Erhabenheit. Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. Ich will zu leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen und mich blenden lassen von den unirdischen Farben. Ich brauche ihren Glanz. Ich brauche ihn gegen die schmutzige Einheitsfarbe der Uniformen. Ich will mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen. Ich brauche ihr gebieterisches Schweigen. Ich brauche es gegen das geistlose Gebrüll des Kasernenhofes und das geistreiche Geschwätz der Mitläufer. Ich will den rauschenden Klang der Orgel hören, diese Überschwemmung von überirdischen Tönen. Ich brauche ihn gegen die schrille Lächerlichkeit der Marschmusik. Ich liebe bedeutende Menschen. Ich brauche ihren Ausblick. Ich brauche ihn gegen das Gift des Oberflächlichen und Gedankenlosen. ... Ich brauche die Heiligkeit von Worten, die Erhabenheit großer Poesie.
Peter Bieri
(Pascal Mercier „Nachtzug nach Lissabon“)
August 2007
Von: Matthias G. Hagenhoff,Ulrich Schaffer, Emmy Grund,Laotse
URLAUB – EIN KOSTBARES WORT
Von Matthias G. Hagenhoff
urlaub
ein altes wort
vom zeitwort erlauben
eigentlich erlaubnis wegzugehen
urlaub
grundsätzliche erlaubnis also:
einmal alles hinter sich lassen
aus dem gesunden abstand heraus
das gewohnte alte neu sehen können
ferien
aus dem lateinischen feriae
bei den alten römern die tage
an denen zu ehren bestimmter götter
die arbeit
besonders die rechtspflege ruhte
mit dem wort feier verwandt
ferien
feier-tage also:
freie tage
ruhe-tage
fest-tage
kostbare atempause
leib und seele spüren
vacances
leere tage
sagen die franzosen
auch aus dem lateinischen
leer, ledig, frei sein
vacances
muße-tage also:
langsam leer werden können
die tage einmal frei halten von allem
was sonst bedrängt und umtreibt
holidays
heilige tage, gottgefällige tage
sagen die engländer
holidays
geweihte tage also:
innehalten und nachspüren
im fließen und zerrinnen der zeit
neu entdecken können:
„in DEINER hand ist meine lebenszeit
sind meine gezeiten“
In diesem Sinne:
Schönen URLAUB!
Schöne FERIEN!
Bonnes VACANCES!
Beautiful HOLIDAYS!
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"Neues umarmen"
von Ulrich Schaffer
Nicht mehr und noch nicht
Wir hängen dazwischen.
Altes ist leer geworden,
es klingt hohl,
bringt nichts mehr zum Schwingen in uns.
Worte,
Lieder,
Gesten,
Bewegungen,
Gedankengebäude,
sie betreffen uns nicht mehr,
und darum sind wir nicht betroffen.
Es geschieht etwas an uns,
aber nicht in uns.
Wir warten.
Wir überlegen.
Wir sind unsicher.
Wir ahnen.
Das Neue ist noch nicht da.
Vorsichtig hat es sich angedeutet.
Wir haben es in inneren Bildern gesehen.
Wir wissen, dass es kommen wird,
weil wir das Alte verloren haben.
Es hat noch keinen Namen.
Die alten Worte passen nicht.
Unsere Vorstellungen sind noch zu eng.
Wege sind noch nicht gebahnt.
Schon die Ansätze laufen gegen Blockaden.
Und der Preis des Wartens
scheint ständig zu steigen.
Müdigkeit ist unser gefährlichster Feind,
und die Mutlosigkeit begleitet uns
wie ein ständiger Schatten.
Wollen wir einander helfen durchzuhalten?
Wir wollen eine Verschwörung bilden,
die in Stärke und Sanftheit
das Neue herbeisehnt.
Hier zu stehen
In diesem Nicht-Mehr und Noch-Nicht,
ist eine Form von Glauben,
und sich die Lösungen der Vergangenheit
nicht mehr zu genehmigen,
ist der Ausdruck des Vertrauens,
dass alles weitergeht,
dass es einen Punkt gibt,
auf den wir zuströmen,
dass es eine Kraft gibt,
die die Entwicklung steuert.
Ich will mich der Veränderung nicht entziehen.
Ich will loslassen,
um wieder Neues umarmen zu können.
Und auch das will ich wieder loslassen,
in einer ständigen Entwicklung
auf meinen Ursprung zu,
auf die Vollkommenheit, aus der ich komme
und zu der ich gehe.
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Ein Lächeln
Ein Lächeln im Vorübergehen,
rasch zwischen Tür und Angel geschoben,
das hat so oft im Handumdrehen
die Schatten aufgehoben.
Es ist wie ein Zuhause sein,
wärmt dir dein Herz und deinen Sinn,
ein Schönheitsmittel obendrein
und manchmal Medizin.
Ist mal verträumt und mal spontan,
ein Kleinod zum Verschenken,
ein Kobold und ein Talisman,
ein Weg um einzulenken,
schmückt Straßen,
Gassen, Haus und Hof,
bringt Glanz in jedes Du.
Du drückst als Philosoph
auch da und dort ein Auge zu ...
Mit Charme, mit Mut und Herzlichkeit
steckt es viele tausend Kerzen an,
ich glaub, dass es von Zeit zu Zeit
auch Wunder wirken kann.
Emmy Grund
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"Andere erkennen ist weise. Sich
selbst erkennen ist Erleuchtung."
Laotse
Juli 2007
Von:
"Auch das ist Kunst, ist Gottes Gabe,
aus ein paar hellen Sommertagen
sich so viel Licht ins Herz zu tragen,
dass, wenn der Sommer längst verweht,
das Leuchten immer noch besteht."
Johann Wolfgang von Goethe
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Gönne dich dir selbst!
Ich sage nicht: Tu das immer.
Ich sage nicht: Tu es oft:
Aber ich sage: Tu es wieder einmal.
Sei wie für alle anderen Menschen auch
für dich selbst einmal da.
Bernhard von Clairvaux
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„Es gibt genau zwei Möglichkeiten, weise zu werden. Eine ist die, hinaus in die Welt zu ziehen und sich so viel wie möglich von Gottes Schöpfung anzusehen. Die andere bedeutet, an einer bestimmt Stelle Wurzeln zu schlagen und alles, was dort geschieht, so sorgfältig wie nur möglich zu studieren. Das Problem ist bloß, das es absolut unmöglich ist, beides auf einmal zu tun.“
Jostein Gaarder
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Befreite Zeit – Freiheits-Zeit
Ein Artikel in der Zeitung „Die Welt“ vom 1. September 2004 formuliert ein starkes Plädoyer für die Pause im Pulsschlag des Lebens. „Der Hang zur Pausenlosigkeit ist ein Megatrend der Moderne.“ Der Mensch flüchtet vor der Zeit in den Zeit-Vertreib. Er verbringt auch die freien Zeiten – die Freizeit – in „Betriebsamkeit irgendwo zwischen Powershopping und Funsport“. Wer Zeit hat, ist suspekt. Man findet sie nicht, - man nimmt sie sich nicht. ... und irgendwann ist der Aku leer. Vollgestopft mit diesem und jenem ist gefüllte Zeit selten. Nicht wenigen ist im Zeitenlauf die Zeit leer gelaufen. Sie laufen und laufen und laufen ... Im Leerlauf verläuft sich die Zeit im Sand.
Die Zeit lässt sich nicht anhalten, aber in der Zeit kann man anhalten, - man kann innehalten. Vielfach nennt man das heute eine Aus-Zeit. Wer sich eine Aus-Zeit nimmt, ist durchaus auf der Höhe der Zeit. Da Aussteigen durchaus ein positiv besetztes Tun ist, ist er kein Außenseiter. Im Gegenteil, wer sich eine Aus-Zeit nimmt, ist durchaus „in“.
Aus-Zeiten sind kreative, - re-kreative Zeiten. In ihnen können die verschütteten Kraftquellen reaktiviert und die verlorenen Kräfte wiedergefunden werden. Es sind Wartungszeiten des Körpers, - der Psyche, - der Seele. Es sind Gesundheitsschecks des Lebensinneren ... wenn wir denn weit genug vorzudringen uns trauen.
Ein geistlicher Lehrer brachte seine Erfahrung in die Regel:
- jeden Tag eine halbe Stunde
- jede Woche einen Tag
- jeden Monat ein Wochenende
- jedes Jahr eine Woche
Die Regel des heiligen Benedikt kennt den gleichbleibenden Rhythmus der Gebetszeiten - der sog. Tagzeiten - in denen sich der Mönch ausklinkt aus den Aufgaben des Alltags, um sich auf den Klang des Gottesanrufes hinauszuhorchen. Das Morgen-, Mittag- und Abendläuten der Kirchglocken hatte für Städter und Landleute genau diesen Tiefenklang: halte inne, ... er-innere dich, ... er-innere dich zu deiner Quelle hin.
Ich bin in der Theorie und aus der Beobachtung davon überzeugt, dass der so unaufgeregte Rhythmus-Klang der Klöster und ihrer mit Gebet gefüllten Aus-Zeiten im Tagesablauf eine Botschaft ist, die auch heute – oder: heute wieder - hochaktuell ist. Manchmal will mir dabei scheinen, dass hin-und-her-getriebene Menschen, denen der Boden unter den Füßen schwankt, weil die Arbeitswelt sie besinnungs-los geschäftig sein lässt, sensibler und faszinierter auf diese Botschaft reagieren als jene, denen Gott und die Welt fraglos gewiss sind. Ich führe das darauf zurück, dass der geistlich in den Ordensgelübden verankerte Mensch zugleich ein stets befragter Mensch ist. Benedikt mahnt ihn zur selbstkritischen Frage: Suchst du wirklich Gott (RB 58,7)? Diese Anfrage schafft eine gewissermaßen natürliche geistliche Solidarität mit den Verunsicherten der Welt.
Die Klöster sollten sich ihres Charismas, „in der Welt, aber nicht von der Welt“ zu sein, sehr bewusst sein und meist sind sie es auch. Das macht sie attraktiv und authentisch. Dem säkularen „Gebot der Stunde“, auch die letzte Sekunde noch effektiv auszuquetschen, steht ihr „Angebot der Stunde“ gegenüber: Nimm dir eine Zeit für dich selbst und auch für deine Gottessehnsucht! Tu es regelmäßig. Das ist ganzmenschliche Gesundheitsvorsorge, - Hygiene für das Innen-Leben.
Eine anekdotische Geschichte mag das Gesagte noch einmal anders andenken: Bei einer Expedition in den Regenwäldern des Amazonas treibt der weiße Leiter seine einheimischen Träger vorwärts. Nach einigen Tagen großer Marschleistung bleiben die Indios stehen, setzen sich auf den Boden und sind durch nichts zu bewegen, den Marsch wieder aufzunehmen. Der Expeditionsleiter fragt die Indios nach dem Grund ihrer Arbeitsverweigerung. Ihre Antwort: „Wir sind so schnell gelaufen, dass unsere Seelen nicht mitkamen. Wir müssen warten, bis sie uns wieder eingeholt haben.“
Abt Albert Altenähr OSB
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Ein altes lateinisches Weisheitswort von Thomas von Kempen lautet: „Custodi cellam tuam et cella custodiet te. – Schütze deine Zelle und die Zelle wird dich schützen.“ Wir könnten das Wort vielleicht übersetzen: Halte die Stille, - das Alleinsein, - den „Leerraum“ aus und du wirst mehr finden als alle Außenwelt, Betriebsamkeit, Geschäftigkeit und aller Zeit-Vertreib dir bieten können. Du wirst zu dir selbst finden; du wirst D I C H finden.
Juni 2007
Von: Matthias G.-Hagenhoff,Rose Ausländer,Teresa von Avila
Leicht wie ein Engel
Warte nicht darauf,
dass auf den Wolken
zu dir ein Engel hinabsteigt
mit lockigem Haar
und Flügeln aus Gold.
Nimm seine Stimme wahr
in jedem Wort,
das dich wärmt,
in jedem Gedanken,
der dich aufrichtet,
in jeder zärtlichen Geste,
die dein Herz berührt.
Christa Spilling-Nöker
"Leicht wie ein Engel" - wer möchte das nicht sein, gerade in den Wochen des Sommers und der Ferien:
* losgelöst von den Mühen des Alltags
das Leben heiter und unbeschwert genießen,
* umhüllt werden von Wärme, Licht und Liebe,
* sich erfreuen an den vielfältigen
menschlichen Begegnungen und Geheimnissen
des Lebens.
Dieser Engel lädt dazu ein, nicht auf ein Wunder vom Himmel zu warten, sondern mit offenen Augen und weitem Herzen zu sehen und zu spüren, was jetzt schon an Wohlwollen und Ermutigung, an Zuneigung und Liebe geschieht. Und er lädt dazu ein, füreinander zum Engel des Lichts und Boten der Freude zu werden.
Willkommen auf Pellworm!
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„Ihr sollt niemals aufhören zu leben, ehe ihr gestorben, welches manchem passiert und ein gar ärgerliches Ding ist.”
Jacques Offenbach (1819-1880), dt.-frz. Komponist
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"Sei du selbst die Veränderung, die
du dir wünschst für diese Welt."
Mahatma Gandhi
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Betrachtung zu Pfingsten 2007 oder: „Be-GEIST-ert sein“
Kein Tag des Kirchenjahres ist besser geeignet, über das Wort „GEIST“ nachzudenken, als Pfingsten, das Fest von der Aussendung des Heiligen Geistes. Das Wort „Pfingsten“ entstand aus dem griechischen Wort Pentecoste, der fünfzigste Tag. Im Altarraum des Momme-Nissen-Hauses auf Pellworm wird der Heilige Geist, die schöpferische Macht allen Lebens, als Taube symbolisiert. Es ist ein wunderschönes Bild voller Dynamik und Kraft. Manche sehen im Heiligen Geist auch das weibliche Element, den Atem Gottes, hebräisch: „Ruach“, immer gegenwärtig, jetzt und überall.
Im alltäglichen Leben zeigt sich immer wieder, „welch Geistes Kind“ jemand ist, wovon er sich „be-geist-ern“ lässt. Die Nachrichten in den Medien vermitteln uns eher ein Bild der „Geist-losigkeit“ und „Geist-vergessenheit“: überall auf der Welt schwelen Konflikte, finden Kriege statt. Wir hören vom schlimmsten Amoklauf in der Geschichte der USA mit insgesamt 33 Toten. Kinder verwahrlosen in einer Berliner Mietwohnung.
Und wie ist das eigentlich bei uns? Bauen und vertrauen wir noch auf den Atem und das Feuer, die Frische und Lebendigkeit des Heiligen Geistes?
Lassen wir uns noch be-geistern? Oder ist uns unser Leben nicht schon längst zur Routine und Gewohnheit geworden?
Es geschieht nicht oft, dass Menschen –wie beispielsweise der heilige Franziskus- so sehr vom Geist und Feuer Gottes ergriffen werden, dass sie von heute auf morgen ihr Leben von Grund auf ändern.
Die „feurige“ Pfingsterzählung aus der Apostelgeschichte kann uns vielleicht helfen, den „Wind und das Feuer Gottes“, erneut in unserem Herzen zu spüren.
Wie war es damals? Fünfzig Tage nach Ostern waren die Jünger von Angst vor den Mächtigen und Ratlosigkeit erfüllt, hielten die Türen verschlossen. Der auferstandene Jesus begrüßte sie mit den Worten: „Friede sei mit Euch! Empfangt den Heiligen Geist!“ Was dann folgte, kommt uns wie ein „Lauf-Feuer“ vor: Die Türen der Angst werden geöffnet, die Jünger finden Mut und eine neue Sprache, sie sind „Feuer und Flamme“, spüren den göttlichen Atem. Die Vielfalt der Begabungen kommt zum Zuge, andere werden „angesteckt“, schließen sich be-geistert an. In der Urkirche ist der Geist Gottes mit Händen zu greifen.
Warum können wir heutzutage nicht Türen und Grenzen öffnen, Barrieren überwinden, Fremde als Reichtum empfinden? Lassen Sie uns eine neue Sprache finden, eine Sprache des Trostes, der Toleranz, der Poesie, die “Wunden heilt, die der Verstand schlägt” (Novalis)! Wo der Heilige Geist am Werk ist, da bewirkt er Frieden, gerechtes Verhalten und Lebendigkeit.
Wir sind auch heute aufgerufen, den Geist Gottes wahrzunehmen, uns entflammen zu lassen – „wie Feuer und Flamme zu sein“ und andere zu entflammen. Dann dürfen wir erfahren: Wo dieser Geist der Menschenfreundlichkeit ist, da sind lebendige Freiheit und befreites Leben. Lassen wir uns immer wieder im Geist erneuern und von der Liebe Gottes be-geist-ern. Das wünsche ich Ihnen von Herzen.
Matthias G.-Hagenhoff,Pellworm (hagpell)
P.S.
Pfingsten ist nicht nur das Fest des Heiligen Geistes, sondern auch das Geburtsfest der Kirche. 1922 schrieb der Theologe Romano Guardini noch voller Begeisterung: "Die Kirche erwacht in den Seelen." Heute hört man dagegen häufiger: Die Kirche stirbt in den Seelen. Sie stirbt nicht nur wegen des angeblich "gottlosen Zeitgeistes", sondern auch deshalb, weil in der Kirche an vielem festgehalten wird, was eigentlich längst hätte sterben müssen. Pfingsten allerdings ist nicht ein Fest des Sterbens, sondern ein Fest des Erwachens, des Aufbruchs und eines neuen Geistes. Wo dieser Geist lebt und Menschen erfaßt, dort, so die Bibel, ist Kirche.
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Geist Gottes
bezeichnet die Nähe Gottes in allem,
was ist, in Dingen, in Ereignissen, in Worten,
in Menschen, in allem, was lebt und besteht.
Schöpferische Wirkkraft ist gemeint,
sprießende Lebendigkeit, Helligkeit, durchscheinendes Licht.
Was Gottes Geist ist, schildert die Bibel
im Gleichnis eines Windes, eines sanften Hauches
oder auch eines Sturmes;
als ein leises durchdringendes Wort,
das durch die Geister und Herzen der Menschen geht;
ein Wort auch, das von Gott zu uns dringt durch das
Schicksal, das wir erfahren,
durch Führung und Fügung unseres Lebensganges.
Der Geist wie ein Wanderer,
der über die Erde geht, der nirgends bleibt,
der kommt, wenn es ihm gefällt und weiterzieht.
Niemand besitzt ihn, niemand hält ihn fest,
niemand setzt ihm eine Grenze.
Feinfühligkeit ist nötig, Bescheidenheit,
Wachheit der Sinne und des Herzens,
um ihn zu empfinden.
Jörg Zink
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Hl. Teresa von Avila (1515 - 1582), Karmelitin und Kirchenlehrerin
Relationes, Nr. 33
"...die Größe der göttlichen Dreifaltigkeit bekennen und die Einheit der drei Personen in ihrem machtvollen Wirken verehren"
"Die Wahrheit über die heiligste Dreifaltigkeit war mir von Theologen dargelegt worden, doch ich hatte sie nicht verstanden, wie ich sie jetzt verstehe, nachdem Gott es mir gezeigt hat… Was mir vorgestellt wurde, das waren drei unterschiedliche Personen, die man getrennt voneinander betrachten und behandeln kann. Dann sagte ich mir, dass einzig der Sohn Fleisch angenommen hat, was klar die Wirklichkeit dieser Unterscheidung zeigt. Diese Personen kennen sich, lieben sich und kommunizieren miteinander. Doch wenn jede Person unterschieden werden muss, wie sagen wir dann, dass alle drei nur ein einziges Wesen haben? Wirklich, das ist es ja, was wir glauben; das ist eine absolute Wahrheit, für die ich tausend Mal den Tod erleiden würde. Diese drei Personen haben nur ein einziges Wollen, eine einzige Macht, eine einzige Hoheit, dergestalt, dass keine von ihnen ohne die anderen etwas vermag und es auch nur einen Schöpfer alles Geschaffenen gibt. Könnte der Sohn ohne den Vater eine Ameise erschaffen? Nein, weil sie ein und dieselbe Macht haben. Dasselbe gilt vom Heiligen Geist.
So gibt es nur einen einzigen allmächtigen Gott, und die drei Personen bilden nur eine einzige Majestät. Könnte denn jemand den Vater lieben, ohne auch den Sohn und den Heiligen Geist zu lieben? Nein, weil derjenige, der sich einer dieser drei Personen zuneigt, sich allen dreien zuneigt, und weil derjenige, der eine von ihnen beleidigt, auch die beiden anderen beleidigt. Könnte der Vater existieren ohne den Sohn und den Heiligen Geist? Nein, weil sie nur ein und dasselbe Wesen haben, und weil dort, wo sich eine der Personen befindet, auch die beiden anderen sind, da sie sich nicht trennen können.
Wie jedoch sehen wir drei getrennte Personen? Wie hat der Sohn Fleisch angenommen, der Vater und der Heilige Geist aber nicht? Das habe ich nicht begriffen; die Theologen allerdings wissen es. Was ich weiß, das ist, dass die drei Personen gemeinsam dieses wunderbare Werk gewirkt haben. Außerdem halte ich mich nicht lange bei solchen Fragen auf. Mein Geist wird sofort von dieser Wahrheit ergriffen, dass Gott allmächtig ist, dass er es so gewollt hat, dass er es wirken konnte, und dass er sogar alles wird tun können, was er will. Je weniger ich diese Dinge begreife, desto mehr glaube ich an sie und desto mehr erheben sie meine Frömmigkeit. Gott sei auf ewig gepriesen! Amen."
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Suchen
Ich suche
eine Insel
wo man atmen kann
und träumen
daß die Menschen gut sind
Rose Ausländer
Mai 2007
Von: Rose Ausländer, Dietrich Bonhoeffer,Isabella Schneider,Dalai Lama,Hilde Domin,Rainer Haak
Mai
Mit Maiglöckchen
Läutet das junge Jahr
Seinen Duft
Der Flieder erwacht
Aus Liebe zur Sonne
Bäume erfinden wieder ihr Laub
Und führen Gespräche
Wolken umarmen die Erde
Mit silbernem Wasser
Da wächst alles besser
Schön ists im Heu zu träumen
Dem Glück der Vögel zu lauschen
Es ist Zeit sich zu freuen
An atmenden Farben
Zu trauen dem blühenden Wunder
Ja es ist Zeit
Sich zu öffnen
Allen ein Freund zu sein
Das Leben zu rühmen
Rose Ausländer
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"Gott schläft im Stein,
atmet in der Pflanze,
träumt im Tier und
erwacht im Menschen."
(aus Indien)
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"Achtsamkeit und Liebe sind nur verschiedene Worte für
die Essenz der Seele."
Irina Rauthmann
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„Gott, laß meine Gedanken
sich sammeln zu dir.
Bei dir ist das Licht,
du vergißt mich nicht.
Bei dir ist die Hilfe,
bei dir ist die Geduld.
Ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den Weg für mich.“
Dietrich Bonhoeffer
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Vielleicht
wird deine Sehnsucht
sich immer wieder wund stoßen
an den vielen Ecken und Kanten des Alltags
und sich so manche Schramme holen
beim Tanz nach der Melodie deines Herzens.
Irgendwann,
sei gewiss,
wird sie aber auch
das Wunder berühren,
das dir im Blühen eines Augenblicks
zu Füßen liegt.
Isabella Schneider
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"Wer den Himmel nicht in sich trägt,
der sucht ihn vergeblich im Weltall."
Otto Ludwig
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„Der entscheidende Schlüssel zum Glück ist, mit dem zufrieden zu sein, was man im Augenblick ist und hat. Diese innere Zufriedenheit verändert Ihren Blick auf die Dinge, sodass Ihr Geist in Frieden verweilen kann.“
Dalai Lama
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Frühlingsluft
Wer das könnte
die Welt
hochheben
daß der Wind
hindurchfährt
Hilde Domin
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Lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen.
Segen
Der Herr segne Dich.
Er erfülle Deine Füße mit Tanz
und Deine Arme mit Kraft.
Er erfülle Dein Herz
mit Zärtlichkeit
und Deine Augen mit Lachen.
Er erfülle Deine Ohren mit Musik
und Deine Nase mit Wohlgerüchen.
Er erfülle Deinen Mund mit Jubel
und Dein Herz mit Freude.
Er schenke Dir immer neu
die Gnade der Wüste ...
Stille, frische Wasser
und neue Hoffnung.
Er gebe uns allen
immer neu die Kraft
der Hoffnung ein Gesicht zu geben.
Es segne Dich der Herr.
Aus Afrika
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Ich bin wertvoll
Ich bin wertvoll – von Geburt an, geschaffen für das Leben.
Ich bin wertvoll – mit vielen Begabungen und guten Möglichkeiten zu leben.
Ich bin wertvoll – genauso wie jeder andere Mensch auch.
Ich bin wertvoll – darum muß ich mir meinen Wert niemals erbetteln, erschleichen, kaufen oder verdienen.
Ich bin wertvoll – und darf mich auch mal feiern lassen, mich selbst verwöhnen und gut zu mir sein.
Ich bin wertvoll – und darf andere Menschen auf eine Weise unterstützen, erfreuen, begleiten, trösten, dass sie ihre Würde behalten und zurückbekommen.
Ich bin wertvoll – trotz zahlreicher Schwächen und Fehler.
Ich bin wertvoll – auch wenn manche Menschen das niemals „merken“.
Ich bin wertvoll – in guten und in schlechten Zeiten, in Erfolgen und Niederlagen, in der Jugend und im Alter.
Ich bin wertvoll – und darum kann ich es mir leisten, auch mal über mich zu lächeln.
Rainer Haak
April 2007
Von: Hilde Domin,Werner Reiser,Frère Roger,Dr. Andreas Kajžnik,Phil Bosmans,Paul Reding,Christa Peikert-Flaspöhler
Ostermorgen
Jeden Morgen machen wir uns
auf den Weg
zum Grab unserer Hoffnung.
In das Linnen der Enttäuschung gewickelt,
von den Felsen der Unwiderruflichkeit umschlossen,
wartet sie dennoch auf uns.
In Gestalt einer Blüte,
in den Buchstaben einer Schrift,
in der Wärme einer begrüßenden Hand.
Der uns darin ruft, den rufen wir an:
Rabbuni. Das heißt Meister.
Über dem leeren Grab
wölbt sich ein strahlender Himmel.
Ostern. Heute. Morgen.
Und jeden Tag.
Margarete Kubelka
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An Ostern feiern wir die Hoffnung,
dass die schweren Steine von unseren "Gräbern" weggerollt werden,
dass wir uns befreien können aus dem "Linnen" unserer Enttäuschungen,
dass sich über unserem Leben ein strahlender Himmel öffnet,
der uns neue Zuversicht und Lebenskraft schenkt.
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Ostern!
Komm mit in die Sonne.
Spürst du nicht den Frühling in deinem Herzen?
Jetzt ist die Zeit der Erneuerung,
der neuen Hoffnung in einer todesmüden Welt.
Ich glaube an die Auferstehung, weil ich an die Liebe glaube,
weil ich ein sinnloses Dasein nicht hinnehmen kann.
Ostern!
Komm mit in die Freude.
Steh auf aus der Finsternis und Aussichtslosigkeit des Materialismus und Egoismus,
aus der Sorge um gutgefüllte Bäuche und Konten.
Erneuere dich selbst und reinige dein Herz.
Jedes Herz braucht von Zeit zu Zeit ein Großreinemachen,
um Schimmel und Schmutz zu beseitigen
und empfänglich zu werden für die Freude.
Vergiss das Misslungene, fange wieder neu an,
dich einzusetzen, ohne zu fragen, was es dich kostet,
und so wirst du wieder Freude finden.
Du kannst nicht leben ohne Freude.
Aber die Freude stirbt, wenn du im Überfluss ertrinkst
und versuchst, deine Leere und alles Unerfüllte in dir
mit Ersatz, mit Alkohol oder Pillen zu vergessen.
Entscheide dich für die Auferstehung!
Entscheide dich für den Frühling. Dürre Zweige fallen ab.
Nur in allem, was neu und erneuert ist,
feiern wir das Fest von Ostern, das Fest der Freude.
Phil Bosmans
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Weitergehen in der Spur Jesu
Durch das Ostergeschehen
bekommen die verängstigten,
verzweifelten und hoffnungslosen Frauen und Männer,
die zu Jesus gehörten
wieder Mut und Zuversicht.
Eine neue Lebensmöglichkeit
hat sich ihnen erschlossen.
Der,
der tot war,
ist jetzt lebendig.
Und zwar so lebendig,
dass er sie,
seine Jünger und Jüngerinnen
zu neuem Handeln ermutigt.
Durch Ostern
und durch die Hoffnung,
die wir seit Ostern haben können,
sind wir heute zu neuem Handeln aufgerufen.
Wir können weitergehen
in der Spur Jesu.
(Quelle ist mir unbekannt)
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Osterzeit
Aus der Niederlage auferstehn,
aus der Sicherheit hinübergehn,
zum Lazarus in unsern Tagen,
um ihn einzuladen:
das ist Osterzeit.
Aus bequemen Sesseln
für den geringsten Bruder,
für die geringste Schwester
auf die Straße gehn,
im Kreuz das Zukunftszeichen sehn:
das ist Osterzeit.
Aus der Sattheit in die Armut fliehn,
bedingungslos vom Reichtum geben,
damit auch andre leben:
das ist Osterzeit.
Den heimatlosen,
stumpfgewordenen Herzen
wieder Obdach geben,
im Sinne Christi nach neuen Zielen streben:
das ist Osterzeit.
Paul Reding
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Du lebst, rabbuni
Du lebst, rabbuni
du schenkst mir Auferstehung
uns sendest mich
ich war zuletzt bei dir
und darf die erste sein
um Ostern zu bezeugen
entgegen
deinen angstbesetztten Brüdern
die mehr dem Todesurteil trauen
als österlichem Zeugnis
aus Frauenmund
und später
treten sei als Eigner auf
der Botschaft Leben
wenn die Brüder uns verschweigen
du sendest uns
geboren aus dem Rauch
der mütterlichen Gotteskraft
um deine Botschaft
mutig zu gebären.
Christa Peikert-Flaspöhler
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Gedanken zur Karwoche
Ecce Homo
Weniger als die Hoffnung auf ihn
das ist der Mensch
einarmig
immer
Nur der gekreuzigte
beide Armne
weit offen
der Hier-Bin-Ich
Hilde Domin
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"Der Ausgezogene"
Ausgezogen bis auf die Haut von denen,
die ihre kostbaren Lumpen noch brauchen,
weil sie an ihrer Blöße erfrieren müßten -
hängt er am Kreuz, er, der ausgezogen war,
um Wärme zu spenden,
damit Purpure und Uniformen
nie mehr nötig sein müßten.
Ausgezogen bis aufs Fleisch von denen,
die nur noch von ihrer Haut
notdürftig gehalten werden und sie
darum nie zu Markte tragen dürfen -
hängt er am Kreuz, er, der ausgezogen war,
um als Nächster zu leben,
damit Menschen, gehalten von Liebe,
sich selber vergessen könnten.
Ausgezogen bis aufs Blut von denen,
die der Blutlosigkeit ihres Lebens
niemals bewußt werden dürfen,
um nicht verzweifeln zu müssen -
hängt er am Kreuz, er, der ausgezogen war
aus der Welt seines Gottes,
um im Kreislauf des Lebens
als Mensch mitzufließen.
Werner Reiser
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"Vergessen wir nie: das schlichte Verlangen nach Gott ist schon der Anfang des Glaubens."
Frère Roger
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DAS LEBEN IST STÄRKER
Die Frühlingssonne lockt mich ins Freie. Die Wiesen zeigen noch kein Grün; die Felder gleichen gerade gegrabenen Gräbern; die Obstbäume schauen aus wie dürre Besen. Doch ich ahne, dass bald eine Wandlung erfolgen wird. Die Kraft des Lebens wird sich durchsetzen.
Diese Hoffnung kann mir niemand nehmen. Wer noch nie einen Frühling erlebt hat, wird mich und meine Lebensahnung als Gespinst stempeln. Wer ist der größere Narr? Der, der etwas erwartet oder der, der beim Geschauten stehen bleibt?
Meine Lebenserwartung steht auf der Seite der Wirklichkeit, die sich letztlich durchsetzt.
Zeuge dieser Wahrheit ist der Herr. Von ihm habe ich erfahren, dass er keinen fallen lässt. Es macht den Anschein, dass er der Verspieler ist.
Er wird hinausgeworfen. Doch er steht – wie die in der Erde ruhende Saat – aus dem versiegelten und bewachten Grab wieder auf.
Es gibt die Sonne, die die Saat herauszieht – es gibt das starke Licht, das alles Dunkle vertreibt. Der Jubel der Befreiten wird kein Ende kennen. Wir werden nicht in der Erde bleiben.
Dr. Andreas Kajžnik
März 2007
Von: Andrea Schwarz, Heike Laura Adolff, Max Feigenwinter, Goethe
Gedanken zur Fastenzeit
"Buße heißt: wiederherstellen und heilen.
Unser Leben ist oft genug beschädigtes
Leben. In der Fastenzeit geht es darum,
wieder Heilung zu finden, denn wenn wir heil werden, dann wird auch von unserem Leben Segen und Heil für andere ausgehen."
Anselm Grün
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"Auf der Suche nach Gott"
GOTT
auf der Suche
nach dir
zerbrechen Bilder
schwinden Hoffnungen
werde ich berührt
wächst sanft die Kraft
und ich kann
dich finden
in mir
Gott ist ganz anders
vergiss
alle Eigenschaftswörter
verbrenn
alle Bilder
schreib ihn
nicht fest
trau
keinem Namen
feilsche
nicht
rechne nicht
mit dem Berechenbaren
nimm Abschied von deinen Erwartungen
und lass dich überraschen
gib deiner Sehnsucht Raum
aber fessele ihn nicht
alle Versuche dir deinen Hausgott
zu basteln sind vergebens
Gott ist
ganz anders
aber er sucht dich
wenn du dich finden lässt
er findet dich
wenn du ihn suchst
Andrea Schwarz
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Wir können uns entscheiden,
diesen Tag so zu leben,
dass er uns entspricht,
dass er ein guter Tag wird,
dass wir uns an ihm freuen,
dass sich andere an ihm freuen,
dass er eine Perle wird
in der Reihe der Tage,
die uns geschenkt sind.
Max Feigenwinter
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Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.
Goethe
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Durch das Fasten bewegt sich bei weitem nicht nur der Zeiger auf der Waage. Im Gegenteil ... die größte Bewegung vollzieht sich in deinen Gedanken und Gefühlen. Der Verzicht auf Nahrung scheint ein Tor zu öffen für Emotionen, Erkenntnisse und eine rundum verstärkte Sinneswahrnehmung. Verdrängte Gefühle oder Konflikte können plötzlich wieder auftauchen, aber auch neue Ideen und Zukunftspläne.
Nimm dir Zeit und lass' deine Seele einfach mal baumeln.
Christlichem Brauch gemäß beginnt am Aschermittwoch eine 40 Tage währende Fastenzeit als Vorbereitung auf das Osterfest. Die Zahl hat symbolischen Charakter: Nach biblischem Zeugnis dauerte die Sintflut so lange, Moses verbrachte diese Zeit auf dem Sinai, bevor er die Gebote Gottes empfing, und Jesus zog sich nach seiner Taufe durch Johannes für 40 Tage in die Wüste zurück, um zu fasten. Zunächst bedeutete Fasten die Beschränkung auf eine Mahlzeit sowie Verzicht auf Fleisch und Wein. Ziel war das Besinnen auf das Wesentliche, die Beziehung zu Gott.
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"Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente."
(Hippokrates von Kos, 460 bis etwa 377 v. Chr., griechischer Arzt)
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Fasten - wie geht das? Von Heike Laura Adolff
Gerne möchten wir Ihnen unterschiedliche Aspekte des Fastens aufzeigen und 7 Schritte zum Fasten anbieten.
1. Schritt: Fasten als Nahrungsmittelverzicht Wer darf? Wer soll fasten?
Jeder gesunde Mensch kann eine Woche fasten, ohne dass er Schaden nimmt. Ein längeres Fasten erfordert Begleitung, die eine Fastengruppe bietet. Wer länger als zwei Wochen fastet, sollte von einem Arzt begleitet werden, damit gegebenenfalls. Zusatzstoffe zugeführt werden können.
Das Heilfasten zur Behandlung von Krankheiten ist ein klassisches Naturheilverfahren und ist ein Teil der, durch ausgebildete Fastenärzte und Fastenkliniken betreuten Therapie.
Wer darf nicht fasten?
Menschen, die nicht gesund sind und Medikamente einnehmen müssen. Wer körperlich erschöpft ist. Wer eine Abneigung gegen das Fasten verspürt. Untergewichtige und Menschen mit Essstörungen.
Schwangere und Menschen mit chronischen Krankheiten, auch nach früher durchgemachten Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarkt.
Im Zweifelsfall sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt oder einem fastenerfahrenen Arzt, ehe Sie mit dem Fasten beginnen.
Wie wird gefastet?
Wasserfasten ist die Urform des Fastens. Nur trinken, gutes Wasser oder Mineralwasser. Normalgewichtige 1-1 _ Liter, Übergewichtige 2-3 Liter täglich. Besonders bewährt hat sich das Buchinger Fasten oder Tee-Saft-Fasten: Kräuter- tees, heiße Gemüsebrühen, Obst- und Gemüsesäfte.
Wichtige Fastenregeln (nach Lützner)
Regel 1: Nichts essen. Für ein, zwei oder mehrere Wochen. Nur trinken: Tee, Gemüsebrühe, Obst- und Gemüsesäfte- und Wasser, mehr als der Durst verlangt.
Regel 2: Alles weglassen, was nicht lebensnotwendig ist. Alles das, was zur lieben Gewohnheit geworden ist, aber dem Körper während der Fastenzeit schadet: Nikotin, Alkohol, Süßigkeiten und Kaffee; Medikamente, soweit entbehrlich. Auf jeden Fall aber Entwässerungstabletten, Appetitzügler und Abführmittel weglassen.
Regel 3: Sich vom Alltag lösen; heraus aus beruflichen und familiären Bindungen; weg von Terminkalender und Telefon; Verzicht auf Illustrierte, Radio und Fernsehen. Statt Reizüberflutung von außen - Begegnung mit sich selbst; statt sich der Steuerung von außen zu unterwerfen - sich der Innensteuerung überlassen.
Regel 4: Sich natürlich verhalten. Das tun, was dem Körper gut tut, wonach der Körper verlangt. Der Erschöpfte soll sich ausschlafen, der Bewegungsfreudige soll wandern, Sport treiben, schwimmen. Das tun, was Spaß macht: bummeln, lesen, tanzen Musik genießen, Hobbys pflegen.
Regel 5: Alle Ausscheidungen fördern, den Darm regelmäßig entleeren, die Nieren durchspülen, schwitzen, abatmen (ausatmen), Haut- und Schleimhäute pflegen durch Inhalation oder Dampfbad.
2. Schritt: Fasten als Zeitfaktor
Indem Sie fasten, gewinnen Sie Zeit, über die Sie bewusster verfügen können, die Sie bewusster - anders einsetzen können. Zeit zu haben, für sich selbst und für Andere ist ein hohes Gut, welches sensibel und zielgerichtet eingesetzt werden kann.
Zeit zu haben bedeutet in unserer heutigen Lebenssituation oftmals Luxus. Was machen wir tatsächlich, wenn uns der Wunsch "Zeit zu haben" realisiert wird?
Dazu möchte ich Ihnen eine kurze Geschichte erzählen.
Der kleine Prinz befindet sich auf dem Weg zu einem Brunnen, als er dem Händler begegnet.
Der kleine Prinz und der Händler
"Guten Tag", sagte der kleine Prinz.
"Guten Tag", sagte der Händler.
Er handelte mit höchst wirksamen, durststillenden Pillen. Man schluckt jede Woche eine und spürt überhaupt kein Bedürfnis mehr zu trinken.
"Warum verkaufst du das?" sagte der kleine Prinz.
"Das ist eine große Zeitersparnis", sagte der Händler.
"Die Sachverständigen haben Berechnungen angestellt. Man erspart dreiundfünfzig Minuten in der Woche".
"Und was macht man mit diesen dreiundfünfzig Minuten?"
"Man macht damit, was man will..."
"Wenn ich dreiundfünfzig Minuten übrig hätte", sagte der kleine Prinz, "würde ich ganz gemächlich zu einem Brunnen laufen..."
Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz, Kapitel 23
3. Schritt: Fasten und Mobilität
Das "Mobilsein" eröffnet Horizonte: private, berufliche, gesellschaftliche, kulturelle, ethische Horizonte. Die Menschen können sich engagieren, schnell und zeitnah Hilfe leisten. Unsere, zur Gewohnheit gewordenen Verkehrsmittel, stehen nahezu allzeit für den Bedarf bereit. Die Einsatzfahrzeuge sämtlicher Notrufdienste konnten durch ihre schnelle Präsenz vor Ort, schon vielen Menschen das Leben retten.
Für die individuelle Mobilität zahlt man jedoch ein manches Mal einen hohen Preis.
Mobilität und ihre Zeit"inseln"
"Früher dachte ich, wenn ich älter bin, arbeite ich weniger. Jetzt weiß ich, ich werde immer viel arbeiten", sagt Matthias. 14 Stunden am Tag sind für den 62-Jährigen "etwas Gewohntes". Matthias hat viel vor. Matthias ist sehr mobil. Immer noch. Spannende Workshops in China und Brasilien. Der Kongress in Spanien. Das europäische Netzwerk muss aufgebaut werden. Dann ist da noch der Verlag und die Forschungsprojekte - die laufen derzeit nur nebenher. Dann ist da noch seine Frau. Und dann wird er ernst. "Ich weiß, auf was ich verzichte. Auf lange Urlaube, Muße, regelmäßigen Kontakt mit Freunden ..." Matthias verrät sein neuestes Projekt, geplant für das übernächste Jahr. Das sei seine größte Herausforderung und gehe nur mit langer Vorbereitung: Die ganz private Auszeit. Vier Monate Innehalten. Vier Monate nicht "Mobilsein". Vier Monate irgendwo auf der Welt mit seiner Frau, auf einer "Zeit"insel.
Der Beweglichkeit stand zu halten, das Ausufern von Anforderungen und Ver- pflichtungen zu begrenzen, erleben die meisten Menschen als mühsam. Raum für Nichtstun, Müßiggang, um Kraft, Energie und Lebensfreude zu schöpfen? - Fehlanzeige. Funktionieren ist angesagt. Freiräume sind im Alltag oft versperrt. Es bleibt der Wunsch, durch weniger Mobilität mehr Zeit zu haben, für sich selbst, die Familie, für Freunde, für Interessen... Abläufe und Gewohnheiten zu ändern, die man lange gelebt hat, zu ändern, fällt Menschen nicht leicht.
Hilfreich ist es, klein anzufangen.
Beispielsweise unter den Terminen im Kalender auch regelmäßig "Freizeit" einzutragen. Und verlockendes dazu schreiben: Spaziergang mit dem Liebsten. Joggen, Sauna. Den neuesten Kinofilm anschauen. Oder "Gar nichts tun".
Fasten gehört zum Leben, es ist eine Zeit der seelischen Einkehr, eine Zeit des Rückzugs, eine Zeit der Ruhe. Dazu muss man nicht gleich in die Einöde gehen. Eine halbe Stunde wirklich freie Zeit, in der niemand stört, reicht schon dafür. Der Blick wird geschärft für das Wesentliche, manche Zusammenhänge werden klarer erkannt. Der Geist wird fit und der Körper nicht schlapp. Denn er schaltet vom äußeren auf den inneren Stoffwechsel um und holt sich Energie aus körpereigenen Reserven. Nach einigen Tagen der Umstellung wird der Körper leistungsfähiger denn je. Wer fastet, hungert nicht und bekommt geistige Nahrung.
4. Schritt:Fasten und der bewusste Umgang mit Konsum
Heute geht es mir nicht gut. Meine Seele schreit nach Ersatz und Fülle. Was mache ich nur, um diesem inneren Druck stand zu halten? Ich konsumiere, ich kaufe mir vielleicht die zehnte oder gar fünfzehnte Handtasche, habe mich - vermeintlich - verwöhnt und vorübergehend geht es mir gut. Aber was geschieht an den kommenden Tagen mit mir? Diese ewige, nie enden wollende Spirale ist eine Geißel, und ich kann ihr nur durch abermaligen Konsum entrinnen? - Bestimmt nicht. Denn Sie handeln gewohnt fremdbestimmt. Dieses Handeln ist bequem aber es ist keineswegs erfüllend für Ihre Seele, es ist lediglich nichts weiter als eine Art der Ersatzbefriedigung.
Viele Menschen wissen, dass wir von allem ein Zu viel haben. Zu viel Essen, zu viel Trinken, zu viel Konsum. Wer da nicht mehr mitmachen möchte, hat den ersten Schritt zur Veränderung schon getan - im Kopf. Er hat erkannt, dass wir satt sind. Und wer satt ist, sollte fasten. Veränderung macht immer Angst, weil wir nicht wissen, was auf uns zukommt. Aber - und das ist das Dilemma - wir erfahren erst, was auf uns zukommt, wenn wir uns darauf einlassen.
5. Schritt:Fasten und Genussmittelverzicht
Mit Genussmitteln assoziieren viele Menschen "Verwöhnmittel". Ich tue mir was Gutes, ich schöpfe aus dem Füllhorn der Genüsse. Eine verlockende Vorstellung, wenn da nicht unser Gewissen wäre, das uns zeitweilig mahnt.
Seien es die geliebten Pralinés, die heißbegehrte Schokolade, die Tasse Kaffee oder andere süße Leckereien. Eines ist gewiss:
Genussmittel sind keine Lebensmittel, sie "versüßen" oder sie "versalzen" uns die Zeit. Der Übergang von regelmäßigem Konsum der Genussmitteln zu Suchtmitteln vollzieht sich oftmals schleichend.
Schon die Wortdeklination SUCHTMITTEL, verbirgt bei genauer Betrachtung, das Adjektiv suche/sucht. Der Mensch sucht MITTEL, mit denen er kurzfristig einen "Endorphin-Kick", ein Glücksgefühl erfährt. Der Genuss von Tabak und Alkohol zum Beispiel, vernebelt unsere Sinne, verändert zeitlich begrenzt die Wahrnehmung und gaukelt ein Wohlgefühl vor und eine damit einhergehende Leichtigkeit.
Die Alltagstristess, die Probleme, Nöte und Sorgen sind plötzlich nicht mehr so intensiv wahrnehmbar. Ach wie schön das wäre, gäbe es nicht den darauffolgenden "Katzenjammer", den Kater und das schlimme Erwachen - und die guten Vorsätze.
Das Festhalten an der äußeren Zufuhr als Sucht. Eine Form, mit der mangelhaften Grunderfahrung von Anerkennung und Wert- schätzung umzugehen, lässt sich in allen Suchtphänomenen erkennen: Sie liegen im Streben, durch eine permanente Zufuhr von außen ein Gefühl für das eigene Sein, das heißt ein Selbstwertgefühl, zu erlangen oder den Schmerz des Mangels daran zu betäuben. Dazu eignen sich nicht nur alle bisher von mir beschriebenen "Betäubungsmittel" im engeren Sinne, sondern auch andere "Stoffe", wie zum Beispiel ein unablässiges Aktivsein und Arbeiten (Workaholics), also etwas, das durchaus gesellschaftliche Anerkennung findet. Auch von dieser Anerkennung gibt es für manchen "Süchtigen" nie genug Er braucht immer mehr davon, Was aber an Zuwendung kommt, ist letztlich doch nicht das Richtige - denn es nährt nicht.
Die Fastenzeit bietet zunächst zeitlich begrenzt die Möglichkeit, die gefassten Vorhaben auch tatsächlich zu realisieren.
Der Weg des "Los-lassens" vom Gewohnten beginnt vor allem mit einer aufmerk- samen Wahrnehmung dessen, was in einem selbst und in seiner Umwelt geschieht und wie es geschieht. Der Verzicht auf diese alltäglichen "Routinen", erlaubt ein genaues Hinspüren zu dem, was einem begegnet und wie man es aufnimmt und verarbeitet, ferner das Unterscheiden, was, zu welcher Zeit wirklich brauchbar und notwendig ist und was nicht.
Damit man nicht alleine dasteht, besteht bei "7 Wochen Ohne", die Möglichkeit sich Fastengruppen in Ihrer Region anzuschließen und somit einen gemeinsamen Erfahrungswert und -austausch zu finden.
Und so wie das Fasten eine Übung sein kann, frei zu werden für das Genießen nach dem Motto "Weniger ist mehr", das heißt weniger konsumieren ist mehr genießen, so kann auch die Besinnung auf das, was einem an "Zuwendung" begegnet, eine Befreiung mit sich bringen.
6. Schritt:Fasten und Nächstenliebe
"Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst"...
Wie sieht es allerdings in der Realität mit der Nächstenliebe aus? Wer nimmt sich noch die Zeit, auf sich selbst und die anderen zu hören?
Die Fastenzeit eröffnet Ihnen die Möglichkeit alle Ihre Vorhaben zum Thema "Nächstenliebe" zu praktizieren. Fastenzeiten waren immer schon Zeiten der Übung, von alltäglichen Gewohnheiten loszulassen und sich für andere(s) frei zu machen. Es ist immer ein körperlicher und psychischer Vorgang zugleich, in welchem eine Veränderung der Wahrnehmung des eigenen Lebens und damit eine Befreiung von dessen Zwängen angestrebt wird.
Das gilt im kleinen wie im großen. Ein freundliches Wort zur Nachbarin, ein Gruß an den Briefträger oder den Müllmann, der unseren "Wohlstandsmüll" regelmäßig entsorgt, sind kleine Zeichen, die oftmals Wunder bewirken. Man muss es nur wagen und es sich zugestehen - und vor allem keine Angst davor haben, wie die Menschen, denen ich Aufmerksamkeit oder Nähe schenke, reagieren.
Nächstenliebe zu praktizieren, bedarf der Sensibilisierung aller Sinne, um unsere Umwelt wahrzunehmen. Und nicht nur das. Es gehört Mut dazu, auf andere zuzugehen.
Sie werden erleben, wie viel innerer Reichtum ihnen zuteil wird. Das Denken in "Besitzstandskategorien" gehört heutzutage in unserer Wohlstandsgesellschaft fast schon zum "guten Ton". Menschen fehlt zunehmend die grundlegende Erfahrung von Anerkennung und liebender Zuwendung. Wem dieses vorenthalten wurde, dem mag es wohl schwer fallen etwas abzugeben - auch wenn es die Zeit ist, die ich einem anderen Menschen widme.
Dass dies so ist, kann man als Ursache für defizitäres Verhalten und als ihre Wirkung zugleich ansehen: als Ursache, insofern mit der Betriebsamkeit der Handlungsspielraum für ein Wohlgefallen am anderen verhindert oder eingeschränkt wird, zum Beispiel in der Kindererziehung oder in Paarbeziehungen; als Wirkung, insofern ein erlebter Mangel an Wertschätzung und liebender Zuwendung nach Ersatzbefriedigungen verlangt.
So stehen wir der paradoxen Situation gegenüber, dass Menschen auch bei materiellem Überfluss psychisch verhungern und verdursten. "Jetzt habe ich doch eigentlich alles erreicht, aber warum bin ich unzufrieden? Warum gibt es diese Ängste, diese Schlafstörungen, diese zermürbenden Ehestreitigkeiten...?" Solche Sätze lassen sich als Hinweis auf diesen Widerspruch begreifen. Ein Perspektivenwechsel wird sinnvoll und ist notwendig: ein Loslassen vom Gewohnten und scheinbar Selbstverständlichen, um frei zu werden für andere, tiefere Lebenserfahrungen - mit sich selbst und mit dem Nächsten.
7. Schritt: Fasten als spirituelle Dimension
Das Fasten ist in allen Weltreligionen als ein geistig-spiritueller Weg bekannt und hat eine sehr alte Tradition. Fasten und die religiös-spirituelle Dimension gehören zusammen. Da Leib und Seele eine Einheit bilden, und was der Seele gut ist, auch dem Leib wohl tut, hat das Fasten im seelisch-geistigen, auch im spirituellen Bereich seine Wirkungen und eröffnet dem Fastenden neue Erfahrungen.
Die Fastenerfahrung lässt den Menschen empfindsamer und "dünnhäutiger" werden. Vieles kommt hoch, was zuvor durch Anderes regelrecht zugestopft wurde. All die verdrängten Gefühle, unbewältigten Konflikte, treten ins Bewusstsein und kommen ans Tageslicht. Durch das bewusste Wahrnehmen, bietet sich die Chance zur Klärung. Es ist eine innere Auseinandersetzung, der sich der Fastende stellt und die eine Wandlung bewirken kann. In der Selbstbegegnung während des Fastens werden wir uns bewusst, wer wir sind, und wie wir sind.
"In der Fastenzeit geht es darum, stehen zu bleiben und sich vor Gott selbst auszu- halten. Wer in der Stille auf Gott hört, der wird von Gott in Bewegung gesetzt. Gott selbst führt ihn zur Umkehr. Die Umkehr beginnt mit dem Umdenken (metanoia). Mit dem Denken fängt alles an, der Stillstand oder die Umkehr, das leere Funktionieren oder die innere Bewegung. Die Fastenzeit lädt uns ein, in der Stille auszuwandern aus Abhängigkeiten und umzukehren auf den Weg des Lebens", so Pater Anselm Grün.
Indem wir inne halten und zu uns kommen, bei uns an-kommen, können wir leichter wieder zu unserer eigenen Mitte zurückfinden und die Lebensinhalte neu überdenken. Warum lebe ich? Wofür lebe ich? Was macht Lebensqualität aus? Der Fastende entdeckt, was er wirklich zum Leben braucht, was wesentlich ist, mit wie viel Unnötigem er sich belastet und zudeckt. Mit weniger auszukommen, es auszukosten und zu genießen, das ist eine ganz existentielle Erfahrung, die Fastende machen können.
In der Bibel finden wir einige Beispiele für eine durch das Fasten geförderte Hellsichtigkeit und Hellhörigkeit. Von Mose wird berichtet, dass er vierzig Tage und Nächte auf dem Berg Sinai gefastet hat, bevor er die Zehn Gebote von Gott empfing (5.Mose 9, 18) und sie dem Volke Israel verkündete. Ein vierzigtägiges Fasten ging auch dem ersten öffentlichen Auftreten Jesu voraus. Es war die Vorbereitung auf seine bevorstehende Zeit in der Öffentlichkeit. Jesus wurde mit allen Versuchungen während des Fastens konfrontiert, die später auf ihn zukamen: Erfüllung von Bedürfnissen, Sucht nach Geltung und Ansehen, Streben nach Macht und Herrschaft.
Die spirituelle Dimension des Fastens öffnet die Tür zur Begegnung mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit Gott. Sie macht deutlich, dass der äußere Erfolg nicht wesentlich ist, sondern das Fasten den Menschen sensibler und barmherziger im Umgang mit sich und anderen Menschen macht.
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Pilgern: eine ganz besondere Atempause
von Paul Martin Clotz
10 Praxistipps für eine gelungene Pilgerwanderung
1.) Eine Pilgerschaft ist Gruppenwanderung mit z. B. 50 Personen, Dauer 5 bis 10 Tage, tägliche Wegstrecke ca. 20 km. Das Einfachste ist, sich einer der zahlreichen geführten „Ökumenischen Pilgerwege“ anzuschließen, die jährlich an vielen Stellen Deutschlands und der Schweiz angeboten werden. Sie ersparen eigene organisatorische Vorbereitungen und garantieren gute geistliche und erfahrene Begleitung. Sie richten sich in der Regel an Menschen, die gerne wandern, die sich von dem geheimnis- und verheißungsvollen Wort „Pilgern“ anregen und sehnsüchtig machen lassen, die keine Angst vor anderen Menschen haben, auch nicht vor eher primitiven Unterkünften.
2.) Jedes Jahr wird eine neue Route (ROUTEN-TIPP 2007 siehe unten) gesucht, die zwei Kriterien genügen sollte:
2.1) Entsprechend neuzeitlichen Wanderbedürfnissen möglichst keine asphaltierten Wege. Naturbelassene Pfade ermöglichen besser die erwünschte unmittelbare Begegnung mit der Natur.
2.2) Sie müssen in den genannten Entfernungen hinführen zu Ortschaften, in denen Kirchengemeinden christliche Gastfreundschaft ausüben können. Übernachtet wird in Gemeindehäusern, das Bett sind die mitgebrachten Matten und Schlafsäcke. Dort gibt es meist nur bescheidene Waschmöglichkeiten. Die gastgebenden Gemeinden bereiten einfaches gesundes Essen, aus verschiedenen Gründen vegetarisch. Auf Alkohol, Nikotin und Handy möglichst verzichten. Diese eher asketischen Regeln dienen der Einübung im einfachen Leben nach der Regel: „Weniger ist mehr!“ und unterstützen die Konzentration auf die geistlichen Ziele.
3.) Gleichbleibende geistliche Gliederung und Gestaltung der Tage:
ß Morgengebet mit Mahlfeier
ß Ein Bibeltext wird den ganzen Tag „begangen“. Er taucht immer wieder auf
ß Textilmpulshinweise oder Fragen vom Text her für die eine oder zwei Schweigezeiten beim Wandern
ß Mittagsgebet unterwegs
ß Abendgebet in der Kirche des Zielortes
Gliederungsbeispiel eines längeren Pilgerweges mit Impulsen für Schweigezeiten:
1. Du führst mich hinaus ins Weite (Ps. 18,20) mit Jes. 48,20+21
2. Folge du mir und lass die Toten ihre Toten begraben (Mt. 8,22) mit Mt. 10,5-13
3. Fürchte dich nicht! (Jes. 43,1) mit Jes. 43,1-4
4. Und dennoch gehöre ich zu dir…(Ps. 73,23+24) mit Lk 15,11-32
5. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist (Ps. 34,9)
6. Heile du mich, Herr, so werde ich heil (Jer. 17,14) mit Mk 10,46-52
7. Deine Taten wecken Freude und Jubel (Ps. 65,9) mit Jes. 55,6.8-12
8. Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein (1. Mose 12,2) mit Lk 24,13-32
9. Meine Zeit steht in deinen Händen (Ps. 31,16) mit Offb.21,3-5
10. Er aber zog seine Straße fröhlich (Apg. 8,39)
4.) Ein Tragekreuz begleitet den Pilgerweg. Es wurde gebunden aus zwei Haselstöcken und wird jeden Morgen neu geschmückt mit Blumen vom Weg. Getragen wird es von Freiwilligen – manche behalten es einen ganzen Tag, um intensiv auszuprobieren, was das Kreuz mit ihnen macht und sich auf das eigene Kreuz, die eigene äußere und innere Aufrichtung auswirkt. Manche geben es bald an jemand anders weiter. Das Kreuz kann an der Spitze des Pilgerzuges oder auch ganz hinten getragen werden. Damit soll deutlich werden, dass Gott uns überall begleitet.
5). Jede Kirche und Kapelle wird unterwegs dankbar betreten, weil sie Schutz, Geborgenheit, Trockenheit, Kühle oder Wärme bietet, weil dies ein besonderer, geprägter Raum ist voller Gebetsspuren, weil er Geschichten erzählt von Sehnsucht, Hoffnung, Heil und Segen.
Benutzt wird sie für Einkehr, Stille und Gebet, für Gesang und Feier.
Deswegen werden diese Räume von PilgerInnen andächtig betreten, mit einer Verbeugung, mit einem Kreuzzeichen, mit einem gemurmelten Gebet: „Herr, ich habe lieb die Stätte, da deine Ehre wohnt.“ Das soll eine innere und äußere Hingabe an den Raum erleichtern mit der Frage: Welche leise, aber hilfreiche Botschaft will mir Gott hier schenken?
6.) Gelebte Ökumene im Leitungsteam und bei den TeilnehmerInnen – nicht nur zwischen Evangelischen und Katholiken; auch zwischen Kirchenfernen und -treuen, zwischen Charismatikern und Volkskirchlern, zwischen Bildungsbürgern und Hausfrauen aus dem Arbeitermilieu.
7.) Pilgern spaltet nicht, sondern verbindet. Im Vordergrund steht für alle der gemeinsame Weg, der (oft mühsam genug) bewältigt werden muss. Dieses Gehen mit dem Erleben der Natur, des gemeinschaftlichen Lebens mit allen Freuden und Leiden ist die jetzt allein gültige Lebenserfahrung, an der alle Weggefährten auf je eigene Weise Anteil haben.
8.) Die vielen Gespräche unterwegs verlieren schnell ihre Belanglosigkeit. Menschen öffnen andern ihr Herz und erzählen von ihren Problemen und Verwundungen, auch auf ihre Weise von ihrer Erfahrung mit den tiefsten Grundfragen des Lebens.
9.) Es kommt letztlich auf einen gelingenden inneren Weg an.
Diese äußeren Bedingungen und Herausforderungen verstehen sich als Hilfen für den inneren Weg der Teilnehmenden und deren neue Erfahrungen von Stärke und Kraft. Alles kann untereinander und mit der Schöpfung verbinden und die Freude über Gottes Gegenwart vertiefen. So wird ein Pilgerweg schnell ein fröhliches Fest.
10.) So verdeutlicht jeder Pilgerweg die wichtigsten biblischen Leitbilder von Kirche: das wandernde Gottesvolk, die Stadt Gottes, das Fest Gottes, den Leib Christi, das Kreuz Christi, das Licht der Welt, das Salz der Erde, das Senfkorn. Jedes dieser Leitbilder kann leicht zum zentralen Motto eines Weges werden.
Routen-Tipp 2007
Der neue Elisabethpfad von der Wartburg nach Marburg
In das Jahr 2007 ist der 800. Geburtstag Elisabeths von Thüringen - besser: Elisabeths von Marburg (1207-1231). Zu ihren Ehren wird - neben dem ersten Elisabethpfad von Frankfurt/Main zur Grabeskirche in Marburg - im Juni/Juli 2007 ein zweiter Elisabethpfad eingeweiht. Er hat eine Länge von etwa 160 km Länge und führt von Eisenach und der Wartburg nach Marburg.
Elisabeth steht für eine bestimmte Frömmigkeit. Wie Franziskus von Assisi wollte sie Nachfolge Jesu in großer Armut verwirklichen. Deswegen verzichtete sie, die Königstochter und Landgräfin, nach dem Tod ihres Mannes, des thüringischen Landgrafen Ludwig, auf fürstliche Ehren, Familie und Geld. In Marburg ließ sie vor den Toren der Stadt ein Hospital bauen und widmete sich selbst der Krankenpflege. Erst 24 Jahre alt, starb sie dort. Nach ihrem Tod wurde ihr Grab in der gotischen Elisabethkirche das Ziel frommer Verehrung und vieler Wallfahrten.
Doch sie war nicht nur Krankenpflegerin. Sie lebte eine mystische Christusliebe. Und manche Geschichten zeigen sie als gesellschaftskritische Reformerin. Der erste Boykott von Früchten aus Unrechtsverhältnissen wurde von ihr praktiziert.
Eine Elisabethlegende
Esst keine Früchte aus Unrechtsverhältnissen
Sie (sc. Elisabeth) erklärte, Magister Konrad habe ihr im Gehorsam befohlen, nur solche Einkünfte ihres Gemahls zu verwenden, über deren rechtmäßige Herkunft sie ein gutes Gewissen habe. Daran hielt sie sich so streng, dass sie bei Tisch an der Seite ihres Gemahls alles verschmähte, was von den Ämtern und Eintreibungen der Beamten stammte. Sie griff nur zu, wenn sie wusste, dass die Speisen von den rechtmäßigen Gütern ihres Gemahls kamen. Wurden aber Gerichte aus erpressten Abgaben aufgetragen, dann brach sie vor den Rittern und Herren oft das Brot, zerteilte die Speisen und reichte sie hin und her, um so den Anschein zu erwecken, als esse sie. Als sie selbst und ihre drei gleich gesinnten Dienerinnen den Landgrafen baten, nicht zu zürnen, wenn sie bei Tisch nicht mit den anderen äßen, sondern sich nur so stellten, antwortete er: „Das Gleiche möchte ich auch gerne tun, wenn ich nicht den Widerspruch meiner Leute und anderer fürchtete. Aber so Gott will, werde ich meine Lebensweise bald anders einrichten.“
Februar 2007
Von:
"Hinter die Maske schauen"
Maske
und Make-up
können einen
Menschen
zwar tarnen,
aber nicht
verwandeln
Kyrilla Spiecker
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Wer bin ich?
Ich bin des Maskentragens so müde,
und doch kann ich mich meiner Maske nicht entledigen.
Wie oft sieht es ganz anders aus in mir,
als ich mich nach außen hin gebe.
Ich habe Angst,
mich dem Nichtverstehen auszusetzen,
dem Nichtangenommensein,
wenn ich mich schwach zeige.
Ich fürchte, ganz allein dazustehen,
mit meiner Art, Menschen und Dinge zu sehen.
Mir ist bange vor dem unbarmherzigen Zugriff derer,die vorschnell mit starren Urteilen bei der Hand sind.
Mich zu verbergen verleiht mir ein Stück Sicherheit, aber es macht mich auch einsam.
Manchmal frage ich mich,
ob ich mir nicht selber ein falsches Bild von mir mache.
Ich kann eine Rolle spielen
und zugleich mein eigener Zuschauer sein.
Was ist echt? Was ist gespielt?
Oft weiß ich es selber nicht.
Wer bin ich?
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Manchmal brauchen wir Masken
Für das alltägliche Rollenspiel,
um funktionieren zu können,
wie es von uns erwartet wird.
Manchmal brauchen wir Masken,
um unser wahres Gesicht,
unser verletzliches Inneres
nach außen hin zu schützen.
Manchmal sehnen wir uns danach,
unsere Masken abnehmen zu können,
endlich wir selbst sein zu dürfen
und als solche geliebt zu sein.
Finde zu dir selbst
Möge dir nach und nach
die Kraft zuwachsen,
unter den Masken des Alltags,
hinter denen du dich
zu verstecken suchst,
deine eigene Wahrheit
zu entdecken.
Mögest du dich selbst
annehmen und lieben lernen,
damit du die Masken
nach und nach ablegen kannst,
so dass auch dein Umgang
mit anderen Menschen
natürlicher wird.
Text: Christa Spilling-Nöker, Leben hat die Farbe Sehnsucht, Verlag am Eschbach 2007, S.10 und 15
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"Ein Rühmen Gottes ist das Lachen,
weil es den Menschen Mensch sein läßt."
Karl Rahner
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Dankbarkeit
macht das Leben erst reich.
Man überschätzt wohl leicht
das eigene Wirken und Tun
in seiner Wichtigkeit gegenüber dem,
was man durch andere geworden ist.
Dankbarkeit
entspringt nicht
aus dem eigenen Vermögen
des menschlichen Herzens,
sondern nur aus dem Worte Gottes,
Dankbarkeit
muss darum gelernt und geübt werden.
Dankbarkeit
sucht über die Gabe den Geber.
Sie entsteht aus der Liebe,
die sie empfängt.
Dankbarkeit
ist demütig genug,
sich etwas schenken zu lassen.
Der Stolze nimmt nur,
was ihm zukommt.
Er weigert sich,
ein Geschenk zu empfangen.
Dem Dankbaren wird alles zum Geschenk,
weil er weiß, dass es für ihn ist und es
überhaupt kein verdientes Gut gibt.
Dietrich Bonhoeffer
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welcher engel wird uns sagen
daß das leben weitergeht
welcher engel wird wohl kommen
der den stein vom grabe hebt
wirst du für mich
werd ich für dich
der engel sein
welcher engel wird uns zeigen
wie das leben zu bestehn
welcher engel schenkt uns augen
die im keim die frucht schon sehn
wirst du für mich
werd ich für dich
der engel sein
welcher engel öffnet ohren
die Geheimnisse verstehn
welcher engel leiht uns flügel
unsern himmel einzusehn
wirst du für mich
werd ich für dich
der engel sein?
Wilhelm Wilms
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Viele Stimmen versuchen, unsere Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Eine Stimme sagt: "Zeig, dass du ein guter Mensch bist", eine andere: "Du solltest dich eher schämen!" Wieder eine andere Stimme erklärt: "Niemand kümmert sich wirklich um mich!" Und noch einmal eine andere Stimme hämmert uns ein: "Du musst erfolgreich sein, bekannt werden und Einfluss haben!"
Doch in all diese meist sehr lauten Stimmen mischt sich eine zärtliche, kaum vernehmbare Stimme, die uns sagt: "Du bist ein geliebter Mensch, an dem ich Wohlgefallen habe." Auf dieser Stimme müssen wir vor allem hören. Um diese Stimme zu vernehmen, bedarf es jedoch einer besonderen Anstrengung: Es bedarf der Stille, des Schweigens, des Alleinseins und eines starken Willens zu horchen.
Das alles bedeutet Beten. Er ist das Horchen auf eine Stimme, die zu uns sagt: "Du bist ein geliebter Mensch!"
Henri J. M. Nouwen
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Sage ja
zu den Überraschungen,
die deine Pläne
durchkreuzen,
deine Träume
zunichte machen,
deinem Tag eine ganz
andere Richtung geben,
ja vielleicht deinem Leben.
Sie sind nicht Zufall.
Lass dem himmlischen Vater
die Freiheit,
selber den Lauf deiner Tage
und Jahre zu bestimmen.
Dom Helder Camara
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Wunder Kind
Manchmal erfasst mich, wenn ich um mich blicke, ein Gefühl tiefster Bestürzung. Denn in der Verwirrung, die heute über der Welt liegt, erkenne ich eine Missachtung der wesentlichen Werte des Lebens. In jeder Sekunde leben wir in einem neuen Augenblick des Universums, einem Augenblick, der noch nie da war und nie wieder sein wird.
Und was bringen wir unseren Kindern in der Schule bei? Dass zweimal zwei vier ist, und dass die Hauptstadt von Frankreich Paris heißt.
Wann werden wir ihnen darüber hinaus beibringen, was sie sind? Wir müssten jedem einzelnen von ihnen sagen: Weißt du, was du bist? Du bist ein Wunder, du bist einzig in Deiner Art. Auf der ganzen Welt gibt es kein anderes Kind, das dir genau gleich käme; in den Millionen Jahren, die hinter uns liegen, hat es noch nie ein Kind wie dich gegeben. Und sieh dir deinen Körper an, was für ein Wunder der ist - deine Beine, deine Arme, deine geschickten Finger, deine Bewegungen.
Du kannst ein Shakespeare werden, ein Michelangelo oder ein Beethoven. Du hast in dir alle Möglichkeiten, ja, du bist ein Wunder, und wenn du einmal groß bist, kannst du dann einem anderen Wesen Schaden zufügen, das genau wie du ein Wunder ist?
Du musst tun, was du kannst, wir alle müssen tun, was wir können, damit diese Welt ihrer Kinder würdig wird.
Glenn Gould
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Heiliger Geist,
du erfüllst unsere Gedanken mit Hoffnung und Vertrauen. Doch wie schnell werden wir immer wieder davon fortgerissen, weil wir lieber anderen Anschauungen folgen.
Schaffe dir Raum in uns, auf dass wir durch dich leben. Darum rufen wir zu dir: Herr erbarme dich.
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"Karneval"- Carnevale - Fleisch, lebe wohl!
Lachen, Heiterkeit, Witz, Humor, - wessen Gesicht hellt sich nicht auf, wenn er solche Worte hört. Der Mensch ist nicht nur Mensch, wenn er arbeitet und etwas leistet, wenn er produziert und konsumiert, sondern erst recht, wenn er singt und lacht und das Leben mit Humor betrachtet. Die Zeit des närrischen Humors ist schnell wieder vorbei, nicht vorbei sein sollte jedoch jene humorvolle Grundhaltung, die es ermöglicht, dem Leben und den lieben Mitmenschen trotz mancher Widerwärtigkeiten immer wieder seine liebenswürdigen Seiten abzugewinnen. Zu dieser Art von Humor gehört auch die Güte, das Hinwegsehenkönnen über menschliche Schwächen, im Bewußtsein, daß ohne Barmherzigkeit niemand überleben kann. Ein Meister dieses Humors ist der Dichter Eugen Roth.
"Geteiltes Leid"
Ein Mensch, der weiß, geteiltes Leid
Ist halbes, hätt gern, ohne Neid,
Sein Leid den andern mit-geteilt,
Doch, wen er anspricht, der enteilt:
"Von einem Amt zum andern renn ich -"
Der andre sagt nur: "Kenn ich, kenn ich!"
"Was meinen Sie, die Beine reiß ich
Mir aus um Kohlen!" "Weiß ich, weiß ich!"
"Um Salz die ganze Stadt durchtrab ich -
Hast Du 'ne Ahnung!" "Hab ich, hab ich!"
"Den Eindruck langsam schon gewinn ich,
Daß ich verrückt werd!" "Bin ich, bin ich!"
"Und all die Sorgen, schon rein häuslich!"
"Ja, seufzt der andre, scheußlich, scheußlich!"
Und will nicht weiter sich bequemen,
Dem Menschen Kummer abzunehmen, Beziehungsweise, selbst mit Sorgen
Versorgt, Ihm Lebensmut zu borgen.
Drum läuft ein jeder krumm und stumm
Allein mit seinem Kummer rum.
Januar 2007
Von: Hanna Strack, Günter Kunert
Neujahrs-Segen
Für das vor dir liegende Jahr
rufe ich dir zu:
Schau an das Gleichgewicht
zwischen deiner Begabung und deinen Pflichten!
Prüfe jedes Muss, das dein Leben prägt:
Ist es notwendig?
Frage deine Gaben,
welche von ihnen jetzt gerade
zum Zuge kommen will!
Dann suche Raum und Zeit
und lebe deine Gabe jetzt!
Ich segne deinen ersten Schritt,
dass er dich trägt!
Ich segne deine Mitmenschen,
dass sie dich stärken!
Ich segne deine Gaben,
sie sind Gottes Geschenk an dich!
Hanna Strack
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„Ich bin ein Sucher eines Weges.
Zu allem, was mehr ist als
Stoffwechsel, Blutkreislauf, Nahrungsaufnahme, Zellenzerfall.
Ich bin ein Sucher eines Weges,
der breiter ist als ich.
Nicht zu schmal.
Kein Ein-Mann-Weg.
Aber auch keine staubige,
tausendmal überlaufene Bahn.
Ich bin ein Sucher eines Weges –
für mehr
als mich.“
Günter Kunert
Der Schriftsteller Günter Kunert befindet sich in guter Gesellschaft. Viele Menschen sind heute auf der Suche. Das Leben ist für viele härter geworden. Arbeitsplätze sind höchstens auf Zeit sicher. Um in der Arbeitswelt bestehen zu können, ist ständiges Lernen, auch Umlernen erforderlich. Die sozialen Sicherungssysteme stehen zur Disposition und bedürfen der Neuordnung. Das, was mit dem Wort Globalisierung ausgedrückt wird, zeigt im Alltag der Menschen Spuren. Viele mühen sich, das eigene Leben zu meistern, müssen sich immer mehr anstrengen, die materielle Grundlage des Lebens zu sichern, und merken doch, dass dies nicht alles ist. Sie suchen nach Geborgenheit, nach einem Stück innerer Heimat, wünschen sich so etwas wie Gewissheit, auch im Glauben.
Haltet euch offen für das Geheimnis Gottes!
Das Geheimnis ist: Es gibt einen Gott, der die Suchenden und selbst die Gottesfernen und Gottlosen gnädig ansieht.
Die Suchenden haben es schwer, auf das Geheimnis Gottes zu stoßen. Weil es so anders als unsere Welt ist.
Nicht laut, sondern leise.
Nicht machtvoll, sondern machtlos.
Nicht gewalttätig, sondern liebend.
Nicht berechnend, sondern offen.
Nicht fordernd, sondern einladend.
Das ist heute nicht anders als zu Lebzeiten Jesu.
Und wer sich auf die Suche nach Gott begibt, wird entdecken, dass das Ziel dieser Suchbewegung dort liegt, wo Gott uns schon längst gefunden hat: in den kleinen, aber wichtigen Dingen des Alltags, dort, wo sich Himmel und Erde berühren, in einem freundlichen Wort, einer liebevollen Geste, in der Nähe zu einem nahen Menschen.
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Es ist eine Binsenweisheit: Ein Fisch kann im Wasser nicht ertrinken, denn dort ist er in seinem Element. Ein Vogel kann in der Luft nicht abstürzen, denn da ist er in seinem Element. Und wann ist der Mensch in seinem Element?
Der Mensch ist dann in seinem Element, wenn er sich von Gott bedingungslos geliebt und angenommen weiß und selbst zu einem Liebenden wird. Wörtlich: "Gott ist verliebt in den Menschen, ja, er ist ein Narr der Liebe. Deshalb kann nicht leben, wer nicht liebt".
Vielleicht werden jetzt einige denken: "Tausendmal gehört, tausendmal ist nichts passiert." Vom Fernsehprogramm Sat 1 "Nur die Liebe zählt", über Liebeslieder und Liebesgedichte bis hin zu "Liebe Mitmenschen" im Forum. Alle Welt redet von der Liebe, auch und gerade die Kirche. "Liebe", ist das nicht das größte Mißverständnis, ein Begriff, der endlos in den Mund genommen und ebenso maßlos mißverstanden und mißhandelt wird. …….
Einwände gibt es genug, berechtigte Einwände. Und doch weiß jeder, dass die Liebe letztlich "der Stoff" ist, aus dem das Leben besteht, ohne den kein Mensch sinnvoll und wirklich menschlich existieren kann.
Gott ist verliebt in den Menschen, das heißt: in jeden Menschen - nicht nur in Christen und seien sie noch so katholisch oder protestantisch - nicht nur, wenn einer getauft oder gläubig ist und sich an die Gebote hält nein, in jeden Menschen, auch in den, den die Kirche einen Sünder nennt, auch in den, den die Gesellschaft in Randgruppen drängt, auch in den, der sich selbst nicht mehr lieben kann. Welch ein anderes Gottesbild. Kein Gott, vor dem ich Angst haben muß, auch dann nicht, wenn ich im Leben scheitere. Kein Gott, den ich zufriedenstellen muß.
Jede und jeder kann Kirche im Kleinen sein, jede und jeder hat seine Begabungen, sei es Organisieren oder Beten, sei es Musizieren oder Zuhören, sei es Wandern oder Obdachlosenhilfe. Niemand braucht sich zu vergleichen und den Erwartungen anderer zu entsprechen, niemand erst glauben, bevor er sich engagiert. Entscheidend ist, dass jeder für sich entdeckt, worin seine Begabungen bestehen und sie entsprechend seinen Möglichkeiten einbringt.
So bleibt:
- die Sehnsucht nach Gott und das Bild eines Gottes, der in den Menschen verliebt ist;
- die Zuwendung gerade zu denen, die als Ungeliebte an den Rand gedrängt werden;
- die Ermutigung an einen jeden Menschen, sein Charisma zu entdecken und menschenfreundlich in Gemeinschaft mit anderen zu leben, sei es nun in der Kirche oder in der Gesellschaft.
Vinzenz Pallotti hat einmal gesagt: "Gott erwartet von keinem Menschen mehr, als es seine Kraft vermag."
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"Man weiß nie, was daraus wird,
wenn die Dinge verändert werden.
Aber weiß man denn, was
daraus wird, wenn sie nicht
verändert werden?"
Elias Canetti
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„Die Zeit, Gott zu suchen,
ist das Leben.
Die Zeit, Gott zu finden,
ist der Tod.
Die Zeit, Gott zu besitzen,
ist die Ewigkeit.“
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