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Wort des Monats 2011

Januar - Dezember 2011

Momme-Nissen-Haus

November

Wer einen Menschen wieder zum Lachen bringt, der schließt ihm das Himmelreich auf.
Wer einem Menschen Geduld schenkt, der infiziert ihn mit Hoffnung.
Wer einen Menschen aufnimmt, so wie er selbst von Christus aufgenommen ist, der löst ihm die Zunge zum Loben.
Lasst uns ausziehen aus unseren Gewohnheiten und unseren Gewöhnlichkeiten, um an der Bibel das Hoffen zu lernen.
Lasst uns ausziehen und über die Grenze gehen, um das Leben mit Hoffnung zu infizieren. Lasst uns keine Grenzen mehr achten, sondern nur noch den, der die Grenze öffnet.

Jürgen Moltmann


Heute ist der Tag, um glücklich zu sein!
Gestern: schon vorbei!
Morgen: kommt erst noch.
Heute: der einzige Tag, den du in der Hand hast.
Mach daraus deinen besten Tag!

Phil Bosmans


Glücklich ist der Mensch,
der dem Glück nicht hinterher rennt wie einem Falter,
sondern dankbar ist für alles, was ihm gegeben wird...

Phil Bosmans


Was keiner wagt, das sollt ihr wagen/ was keiner sagt, das sagt heraus/ was keiner denkt, das wagt zu denken/ was keiner anfängt, das führt aus.// Wenn keiner ja sagt, sollt ihr es sagen/ wenn keiner nein sagt, sagt doch nein/ wenn alle zweifeln, wagt zu glauben/ wenn alle mittun, steht allein.// Wo alle loben, habt Bedenken/ wo alle spotten, spottet nicht/ wo alle geizen, wagt zu schenken/ wo alles dunkel ist, macht Licht.
Lothar Zenetti

 

Oktober


Drei kleine Geschichten für liebe Menschen:

Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen!
Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen. Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf einem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es.
Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen."

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld.

Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können? "Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm", meinte er anklagend.

"Die zweite Familie hatte wenig, und doch, du ließest die Kuh sterben." "Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen", sagte der ältere Engel.

"Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden konnte.

Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh statt ihrer. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen..."

Manchmal ist es genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen und einfach immer davon ausgehen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist.

Du kannst es oft erst erkennen, wenn ein bisschen Zeit vergangen ist...

Manche Leute kommen in unser Leben und gehen schnell... Manche Leute werden Freunde und bleiben ein bisschen... wunderschöne Fußabdrücke auf unseren Herzen hinterlassend... und wir sind ziemlich ähnlich, weil wir eine Freundschaft geschlossen haben!! Gestern ist Geschichte. Das Morgen ein Mysterium.

Das Heute ist ein Geschenk. Darum heißt es auch: Präsent.


Schöne Worte:
Eines Tages bat eine Lehrerin ihre Schüler, die Namen aller anderen Schüler in der Klasse auf ein Blatt Papier zu schreiben und ein wenig Platz neben den Namen zu lassen. Dann sagte sie zu den Schülern, sie sollten überlegen, was das Netteste ist, dass sie über jeden ihrer Klassenkameraden sagen können und das sollten sie neben die Namen schreiben. Es dauerte die ganze Stunde, bis jeder fertig war und bevor sie den Klassenraum verließen, gaben sie ihre Blätter der Lehrerin. Am Wochenende schrieb die Lehrerin jeden Schülernamen auf ein Blatt Papier und daneben die Liste der netten Bemerkungen, die ihr Mitschüler über den einzelnen aufgeschrieben hatte. Am Montag gab sie jedem Schüler seine oder ihre Liste. Schon nach kurzer Zeit lächelten alle. "Wirklich?" hörte man flüstern. "Ich wusste gar nicht, dass ich irgend jemandem was bedeute!" und "Ich wusste nicht, dass mich andere so mögen" waren die Kommentare. Niemand erwähnte danach die Listen wieder. Die Lehrerin wusste nicht, ob die Schüler sie untereinander oder mit ihren Eltern diskutiert hatten, aber das machte nichts aus. Die Übung hatte ihren Zweck erfüllt. Die Schüler waren glücklich mit sich und mit den anderen. Einige Jahre später war einer der Schüler in Vietnam gefallen und die Lehrerin ging zum Begräbnis dieses Schülers. Die Kirche war überfüllt mit vielen Freunden. Einer nach dem anderen, der den jungen Mann geliebt oder gekannt hatte, ging am Sarg vorbei und erteilte ihm die letzte Ehre.

Die Lehrerin ging als letzte und betete vor dem Sarg. Als sie dort stand, sagte einer der Soldaten, die den Sarg trugen, zu ihr: "Waren Sie Marks Mathe Lehrerin?" Sie nickte: "Ja". Dann sagte er: "Mark hat sehr oft von Ihnen gesprochen." Nach dem Begräbnis waren die meisten von Marks früheren Schulfreunden versammelt. Marks Eltern waren auch da und sie warteten offenbar sehnsüchtig darauf, mit der Lehrerin zu sprechen. "Wir wollen Ihnen etwas zeigen", sagte der Vater und zog eine Geldbörse aus seiner Tasche. "Das wurde gefunden, als Mark gefallen ist. Wir dachten, Sie würden es erkennen." Aus der Geldbörse zog er ein stark abgenutztes Blatt, das offensichtlich zusammengeklebt, viele Male gefaltet und auseinandergefaltet worden war. Die Lehrerin wusste ohne hinzusehen, dass dies eines der Blätter war, auf denen die netten Dinge standen, die seine Klassenkameraden über Mark geschrieben hatten. "Wir möchten Ihnen so sehr dafür danken, dass Sie das gemacht haben" sagte Marks Mutter. "Wie Sie sehen können, hat Mark das sehr geschätzt."

Alle früheren Schüler versammelten sich um die Lehrerin. Charlie lächelte ein bisschen und sagte: "Ich habe meine Liste auch noch. Sie ist in der obersten Lade in meinem Schreibtisch". Chucks Frau sagte: "Chuck bat mich, die Liste in unser Hochzeitsalbum zu kleben." "Ich habe meine auch noch" sagte Marilyn. "Sie ist in meinem Tagebuch." Dann griff Vicki, eine andere Mitschülerin, in ihren Taschenkalender und zeigte ihre abgegriffene und ausgefranste Liste den anderen. "Ich trage sie immer bei mir", sagte Vicki und meinte dann: "Ich glaube, wir haben alle die Listen aufbewahrt." Die Lehrerin war so gerührt, dass sie sich setzen musste und weinte. Sie weinte um Mark und für alle seine Freunde, die ihn nie mehr sehen würden.

Im Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vergessen wir oft, dass jedes Leben eines Tages endet. Und dass wir nicht wissen, wann dieser Tag sein wird. Deshalb sollte man den Menschen, die man liebt und um die man sich sorgt, sagen, dass sie etwas Besonderes und Wichtiges sind. Sag es ihnen, bevor es zu spät ist. Du kannst dies auch tun, indem Du diese Nachricht weiterleitest. Wenn Du dies nicht tust, wirst Du wieder einmal eine wunderbare Gelegenheit verpasst haben, etwas Nettes und Schönes zu tun.


Der chinesische Bauer
In einem Dorf in China, nicht ganz klein, aber auch nicht groß, lebte ein Bauer – nicht arm, aber auch nicht reich, nicht sehr alt, aber auch nicht mehr jung, der hatte ein Pferd. Und weil er der einzige Bauer im Dorf war, der ein Pferd hatte, sagten die Leute im Dorf: "Oh, so ein schönes Pferd, hat der ein Glück!"
Und der Bauer antwortete: "Wer weiß?!"
Eines Tages, eines ganz normalen Tages, keiner weiß weshalb, brach das Pferd des Bauern aus seiner Koppel aus und lief weg. Der Bauer sah es noch davongaloppieren, aber er konnte es nicht mehr einfangen. Am Abend standen die Leute des Dorfes am Zaun der leeren Koppel, manche grinsten ein bisschen schadenfreudig, und sagten: "Oh der arme Bauer, jetzt ist sein einziges Pferd weggelaufen. Jetzt hat er kein Pferd mehr, der Arme!"
Der Bauer hörte das wohl und murmelte nur: "Wer weiß?!"
Ein paar Tage später, sah man morgens auf der Koppel des Bauern das schöne Pferd, wie es mit einer wilden Stute im Spiel hin und herjagte: sie war ihm aus den Bergen gefolgt. Groß war der Neid der Nachbarn, die sagten: "Oh, was hat der doch für ein Glück, der Bauer!"
Aber der Bauer sagte nur: "Wer weiß?!"
Eines schönen Tages im Sommer dann stieg der einzige Sohn des Bauers auf das Pferd, um es zu reiten. Schnell war er nicht mehr alleine, das halbe Dorf schaute zu, wie er stolz auf dem schönen Pferd ritt. "Aah, wie hat der es gut!"
Aber plötzlich schreckte das Pferd, bäumte sich auf und der Sohn, der einzige Sohn des Bauern fiel hinunter und brach sich das Bein, in viele kleine Stücke, bis zur Hüfte.
Und die Nachbarn schrien auf und sagten: "Oh, der arme Bauer: Sein einziger Sohn! Ob er jemals wieder wird richtig gehen können? So ein Pech!"
Aber der Bauer sagte nur: "Wer weiß?!"
Einige Zeit später schreckte das ganze Dorf aus dem Schlaf, als gegen Morgen ein wildes Getrappel durch die Straßen lief. Die Soldaten des Herrschers kamen in das Dorf geritten und holten alle Jungen und Männer aus dem Bett, um sie mitzunehmen in den Krieg. Der Sohn des Bauern konnte nicht mitgehen. Und so mancher saß daheim und sagte: "Was hat der für ein Glück!"
Aber der Bauer murmelte nur: "Wer weiß?!"

Und die Moral von der Geschicht...
"Wer weiß?!"

(Quelle unbekannt)

September

„Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche ihre Schönheit und Erhabenheit. Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt. Ich will zu leuchtenden Kirchenfenstern hinaufsehen und mich blenden lassen von den unirdischen Farben. Ich brauche ihren Glanz. Ich brauche ihn gegen die schmutzige Einheitsfarbe der Uniformen. Ich will mich einhüllen lassen von der herben Kühle der Kirchen. Ich brauche ihr gebieterisches Schweigen. Ich brauche es gegen das geistlose Gebrüll des Kasernenhofes und das geistreiche Geschwätz der Mitläufer. Ich will den rauschenden Klang der Orgel hören, diese Überschwemmung von überirdischen Tönen. Ich brauche ihn gegen die schrille Lächerlichkeit der Marschmusik. Ich liebe bedeutende Menschen. Ich brauche ihren Ausblick. Ich brauche ihn gegen das Gift des Oberflächlichen und Gedankenlosen. ... Ich brauche die Heiligkeit von Worten, die Erhabenheit großer Poesie.

Peter Bieri
(Pascal Mercier „Nachtzug nach Lissabon“)

 

Für mich ist das Universum ehrfurchtgebietend. Ich kann es nicht erklären, wie ich auch Gott nicht erklären kann. Ich spüre, dass da mehr ist, als die Wissenschaft mir sagt. Intuitiv erfasse ich Dinge, die ich nicht beweisen und belegen kann und die doch sehr wichtig sind. Es ist wie eine Wahrnehmung, die über die Sinne hinausgeht.

Die Wissenschaft spricht von den fünf Sinnen. In Wirklichkeit besitzen wir Menschen aber so viele Sinne, wie wir nur haben wollen. Wir haben noch andere Sinne, und viele Tiere, wie etwa Brieftauben, haben Sinnesorgane, die wir kaum begreifen können. Vielleicht sprechen sie auf das Magnetfeld der Erde an. Aber schon dieser Erklärungsversuch weist in die falsche Richtung, denn erzwängt uns wieder in den falschen Rahmen der Wissenschaft.

Anstatt uns weiter zu entwickeln, kommt mir vor, entwickeln wir modernen, zivilisierten Menschen uns zurück. Wir geben uns fortschrittlich und meinen, die armen Indianer bleiben immer weiter zurück. Aber ich glaube, sie bleiben voran. Denn wir verlieren immer mehr unsere natürlichen Fähigkeiten.
Norman H. Russell

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Was wir von Gott wissen,
ist Reflex und Refektion,
ist Spiegelung und Echo,
ist Widerschein und Abglanz,
ist winziges Tröpfchen
und auch ein ganzer Regenbogen ...


Namen und Begriffe
sind wie Fesseln,
die versuchen, Geist zu (be-) greifen,
sind wie Gitter, die versuchen,
Licht (einzu-) binden ...

Doch wir haben nichts anderes,
an das wir uns halten und
mit dem wir uns
unter-halten
könnten.

In seiner Lebensfülle
übersteigt Gott die Möglichkeiten
der menschlichen Sprache,
ist er der Namenlose,
weil Vielnamige,
der Unnennbare,
weil Rufbarste.

(LTHK, Gottesnamen)

 

August

Ein Weiser wurde gefragt, wie es gelingen könnte, den Augenblick voll auszukosten, um etwas davon festhalten zu können. Schließlich sei der Augenblick so wertvoll und unwiederbringlich, dass niemand ihn einfach so entschwinden lassen könne. „Was denkst du“, fragte der Weise den Fragesteller, „wenn du versuchst, den Augenblick festzuhalten?“ ...



„Ich denke: Jetzt!“, antwortete dieser. „Und dann?“, fragte der Weise. „In dem Moment, in dem ich Jetzt! denke, ist er auch schon vorbei und ich habe nichts mehr davon. Festhalten kann ich nichts.“ „Du hast recht“, erwiderte der Weise. „In dem Moment, in dem du Jetzt! denkst, ist das „Jetzt“ schon vorüber. Jetzt-Sagen nützt gar nichts.“ „Aber was soll ich tun?“ fragte der andere. „Ganz gleich, was ich denke, es ist sofort verflogen.“
„Du täuschst dich“, sagte der Weise. „Ich will dir ein Geheimnis anvertrauen. Versuch es einmal ganz anders: Atme tief ein und aus. Denk in aller Ruhe an einen Menschen, den du liebst und erinnere dich an eine Freude, die er dir gemacht hat. Und dann sag ganz einfach und ruhig: „Ja!“. In diesem kleinen Ja kostest du den gegenwärtigen Augenblick voll aus. Viele vergangene Augenblicke und viele Augenblicke, die noch kommen werden. Das kleine Ja verfliegt nicht wie das flüchtige Jetzt! Es bleibt bei dir. Es hat teil an dem, was nicht vergeht.“ Der Weise lächelte: „In jedem Ja wohnt ein Augenblick Ewigkeit.“
JA:
Der Förderverein „Freunde des Momme-Nissen-Hauses“ wünscht Ihnen einen Sommer mit vielen Augenblicken, die bleiben und Ihnen gut tun!

Lieben heißt:
Das Glück des anderen suchen…..

Don Bosco

 

Juli


Wir feiern Pfingsten,
weil wir uns nicht einfach
gemütlich zurücklehnen
und voll Wehmut an die Zeiten denken,
als unser Herz noch brannte
für eine gute Sache.

Der Geist will das Feuer in uns entfachen
– jeden Tag neu!
Er will, dass wir brennen vor Liebe,
dass wir heiß sind auf Gottes Reich,
dass die Hoffnung auf seine Zukunft
in uns unauslöschlich glimmt
wie die Glut unter der Asche.
Seine Feuerzungen
wollen uns auch heute
zum Reden bringen,
die Glut sorgt für neue Begeisterung.


Pfingsten ist das Fest für unsere Welt und unsere Kirche, ein notwendiges Fest für eine Welt,
die sich mit dem Skandal von Armut und Zerstörung,
von Leid und Perspektivlosigkeit scheinbar abgefunden hat.
Ein aufrüttelndes Fest für eine Kirche, die ängstlich am Vergangenen festhält
und mühsam nach Worten der Begeisterung sucht.
Dabei ist der Geist so ansteckend wie vor 2000 Jahren.

Lassen Sie sich neu begeistern, neu entflammen für seine Sache…….

Förderverein „Freunde des Momme-Nissen-Hauses“




„Wir sehnen uns nach
einer pfingstlichen Kirche,
in der der Geist waltet,
nicht der Buchstabe;
nach einer Kirche,
in der die Weite des Verstehens
die Grenzen sprengt,
die Menschen
gegeneinander
aufrichten“


Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.


SOMMERANFANG-
EINEN MOMENT FESTHALTEN WOLLEN ODER „AUGEN-BLICKE“ FÜR DIE EWIGKEIT!


Kennen Sie das? Manchmal möchten Sie einen Anblick oder einen Augenblick festhalten, ihn unvergesslich werden lassen?
Mir geht das oft im Urlaub so. Ich sehe eine schöne Landschaft oder ein bezauberndes Licht- und Schattenspiel auf den Bergen oder auf dem Wasser. Ich nehme etwas Wunderbares wahr und wünsche mir, diesen Anblick festhalten zu können. Dann kann ich versuchen, dies auf einem Foto festzuhalten. Aber die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ein Foto nicht das wiedergeben kann, was mein Auge sieht und was ich dabei empfinde. Also versuche ich es anders. Ich möchte jenen Anblick mit meinen Augen wahr- und in mir aufnehmen und später dann bei schlechterem Wetter oder trüberer Stimmung im Alltag vor Augen holen und von diesem Augenblick zehren. Dasselbe gilt auch für Momente intensiven Erlebens oder vertrauter Gemeinschaft.

Eine Geschichte aus der rabbinischen Weisheitsliteratur erzählt von der Schwierigkeit und der Möglichkeit, einen Augenblick festzuhalten:
Ein Weiser wurde gefragt, wie es gelingen könnte, den Augenblick voll auszukosten, um etwas davon festzuhalten. zu können. Schließlich sei der Augenblick so wertvoll und unwiederbringlich,
dass niemand ihn einfach so entschwinden lassen könne.

„Was denkst du“, fragte der Weise den Fragesteller, „wenn du versuchst, den Augenblick festzuhalten?“
„Ich denke: Jetzt!“, antwortete dieser.
„Und dann?“, fragte der Weise.
„In dem Moment, in dem ich: Jetzt! denke, ist er auch schon vorbei und ich habe nichts mehr davon. Festhalten kann ich nichts.“
„Du hast recht“, erwiderte der Weise. „In dem Moment, in dem du Jetzt! denkst, ist das jetzt schon vorüber. Jetzt! sagen nützt gar nichts.“
„Aber was soll ich tun?“ fragte der andere. „Ganz gleich, was ich denke, es ist sofort verflogen.“
„Du täuschst dich“, sagte der Weise. „Ich will dir ein Geheimnis anvertrauen. Versuch es einmal ganz anders: Atme tief aus und tief aus. Höre auf den Schlag deines Herzens. Denk in aller Ruhe an einen Menschen, den du liebst und erinnere dich an eine Freude, die er dir gemacht hat. Und dann sag ganz einfach und ruhig: ‚Ja‘. In diesem kleinen ‚Ja‘ kostest du den gegenwärtigen Augenblick voll aus. Viele vergangene Augenblicke und viele Augenblicke, die noch kommen werden.
Das kleine ‚Ja‘ verfliegt nicht wie das flüchtige Jetzt! Es bleibt bei dir. Das kleine ‚Ja‘ ist stärker als die Zeit. Es hat Teil an dem, was nicht vergeht.“ Der Weise lächelte: „Denn in jedem ‚Ja‘ wohnt ein Augenblick der Ewigkeit.“


Wir wünschen Ihnen einen Sommer mit vielen AUGEN-Blicke, die bleiben und Ihnen gut tun!

Förderverein „Freunde des Momme-Nissen-Hauses“.
 

Juni


Den Blick zu
lernen gilt es,
den sammelnden
Blick des
Abschieds,
um endlich auch
das zu sehen,
was du bisher
verächtlich
übersehen hast.
Die Welt
ist im Kleinsten
und im Größten
unendlich“

Werner Sprenger



Wege

jeder hat seinen ganz persönlichen Weg durch das Leben
einmal kann ich meinen Weg zuversichtlichen Schrittes gehen
ein anderes Mal setze ich bedächtig Fuß vor Fuß
oder ich zögere gar
manchmal tut es mir weh zu gehen

aber ich weiß
immer geht einer mit
er will mich führen
er will, dass ich zum wesentlichen finde
wie gehe ich meinen weg vor und mit Gott?

Sr. M. Katharina Wildenauer



Stehen bleiben

Stehen bleiben
Ausschau halten
meine Sehnsucht wahrnehmen
meine Sehnsucht kennen

stehen bleiben
Ausschau halten
wahrnehmen, dass ich etwas bewege
wissen, was ich bewege

stehen bleiben
Ausschau halten
Abschied wahrnehmen
Abschied gestalten
loslassen

Sr. M. Katharina Wildenauer  

Mai

Wenn der Satz
„Jesus lebt“ geglaubt
würde, müssten den
Christen eigentlich Flügel
wachsen, die Gemeinden
müssten vor Kraft
strotzen,
ihre begeisterten
Mitglieder müssten an
Ostern durch die Straße
rennen und jedem ins
Ohr brüllen: "Gott lebt!
Wirklich, er lebt!"
Stattdessen stehen sie
mit allen anderen
im Stau auf der Autobahn.

Aus dem Magazin der
Süddeutschen Zeitung
 

Gute Aussicht - Ostern 2011
Aus der Grabkammer schaue ich hinaus.
Grelles Taglicht lässt alle Konturen verschwimmen.
Sogar hier drinnen wird es hell.
Aber ein Ort zum Bleiben ist das nicht.
Der mannshohe Stein ist zur Seite gerollt,
ich gehe mit eigener Kraft wieder ins Leben hinaus.

Es wird erzählt von einer Grabkammer,
die war dem hier zur Totenruhe Gelegten kein Ort zum Bleiben.
Der mannshohe Stein war zur Seite gerollt,
der Tote vom Tod befreit.
Engel deuten das Wunder.
Und die Künstler malen gleißendes Licht
– kommt´s von innen, von außen?

Einmal, so heißt es, soll auch an mir dieses Wunder gescheh´n,
soll mein Grab sich auftun,
und der Lebendige führt mich hinaus ins Licht, in seine Herrlichkeit.
Dann ist dem Tod die Macht genommen,
es gibt keine Grabkammern mehr.

Christus ist von den Toten auferweckt als erster aller Sterblichen.
Was für eine Aussicht!
 

April

Wort des Monats Momme-Nissen-Haus Pellworm
Der Palmesel erzählt
Alfons Riedl

 
Ein altes, liebevoll geschmücktes Holzkreuz irgendwo in den Bergen ließ die kleine Wandergruppe innehalten. ...



... Ein Spruch daran fand ihre besondere Aufmerksamkeit. Bernhard trat näher und las halblaut:

"Im großen Buche der Natur
siehst du des großen Gottes Spur;
doch willst du ihn noch größer sehn,
dann bleib bei diesem Kreuze stehn."

Die vier schwiegen. Sie empfanden Ehrfurcht vor diesem Glaubenszeugnis der Vorfahren, spürten aber auch Betroffenheit, Zweifel und Fragen. Der Satz hatte etwas Anrührendes und Aufregendes zugleich.
Bernhard machte ein Foto: Kreuz vor eindrucksvoller Gebirgskulisse im milden Licht der Herbstsonne. "Des großen Gottes Spur", kommentierte er vor den anderen sein "Kalender-Motiv".
"Aber noch mehr Größe, heißt es doch, zeigt sich im Kreuz", ergänzte seine Gattin Martina. "Nur: das nachvollziehen fällt mir schwer. Und ich möchte das, was ich glaube und bete, auch verstehen".
"Du fragst dich", bemerkte Barbara, ihre Schwester, "warum das Kreuz Zeichen von Größe ist und nicht von Schwäche".
"Ich weiß natürlich", rechtfertigte sich Martina, "dass durch das Kreuz die Welt erlöst ist, wie wir beim Kreuzweg beten. Aber wäre Gott nicht noch einmal größer, wenn es das Kreuz gar nicht gebraucht hätte? Ich denke mir oft: Warum dieses furchtbare Leiden und Sterben - zur Erlösung der Menschen?"
"Gemeint ist wohl", mischte sich Michael, Barbaras Mann, in das Gespräch, "dass Gott aus Liebe zu den Menschen seinen eigenen Sohn nicht geschont hat".
"Trotzdem!", beharrte Martina. "Hätte Gott die Menschen nicht auch ohne das Kreuz erlösen können - einfach so, dass er den Sündern wieder gut ist? Wie der Vater im Gleichnis den verlorenen Sohn wieder aufgenommen hat, ohne dass sich jemand opfern musste."
"Aber nicht Gott hat Jesus geopfert", gab ihr Michael zurück, "es waren Menschen, die ihn abgelehnt, verurteilt und hingerichtet haben."
"Und Jesus war keineswegs der letzte", schaltete sich Bernhard ein, "wenn ich an die Abertausende von Kreuzen auf den Soldatenfriedhöfen denke, an die Völkermorde, den Holocaust, die KZs, die Terroranschläge, und überhaupt an all die vielen, denen andere das Leben kaputt machen, und da muss nicht einmal Blut fließen."
Langsam setzte die Gruppe ihren Weg fort, wobei ihnen der Spruch am Kreuz noch immer nachging. Eine Weile sagten sie nichts. Zu viele Schreckensbilder sind vor ihrem inneren Auge aufgetaucht und haben sich mit dem wunderbaren Naturerlebnis ihrer Bergwanderung buchstäblich "gekreuzt". Was für eine widersprüchliche Welt!
"Man könnte fast verzweifeln - nicht an Gott, aber an den Menschen", nahm Martina das Gespräch wieder auf.
"Nicht an allen", korrigierte Barbara die bittere Bemerkung; "es gibt so viele, die anderen das Kreuz tragen helfen, anstatt ihnen eines aufzuerlegen; die lieber Unrecht leiden als Unrecht begehen."
"Durch solche wird in unserer weithin gnadenlosen Welt so etwas wie Erlösung spürbar", ergänzte Michael.
"Aber sie können sich so wenig durchsetzen", beklagte Martina; "das Leben auf der Welt bestimmen doch die Machtmenschen, die Profithaie und die Gewalttäter, die andere aufs Kreuz legen und über Leichen gehen".
"Nicht ganz - und nicht in alle Ewigkeit!", stellte Bernhard klar. "Gott ist auch noch da. Er lässt vieles zu, sogar zu vieles, wie ich manchmal meine, aber er behält das Heft in der Hand. Im letzten scheitert seine Liebe zur Schöpfung nicht, auch nicht am Kreuz. Er kann sogar damit noch umgehen."
"Er steht auch noch über dem Kreuz", stimmte ihm Barbara zu und überlegte: "Ob das der Spruch sagen will, dass sich am Kreuz die Größe Gottes noch mehr zeigt?"
"Durchschauen kann ich das dennoch nicht", resümierte Martina.
"Aber glauben und hoffen", ergänzte Michael; "und das ist sehr viel, dass wir das können."
In der Tat, damit lässt sich leben - nicht nur in der Karwoche.


Ganz leise und doch unwiderstehlich
Andrea Schwarz

 
Wort des Monats April
Und mitten in das Dunkel des Karfreitags hinein geschieht Ostern.
Ob die Art und Weise, wie wir Ostern feiern, wirklich etwas damit zu tun hat? Kirchenchor und Halleluja, großes Kirchengeläut und bunte Ostereier, Ostermenü, ein paar Tage frei ...?
Es lohnt sich vielleicht doch noch einmal genauer hinzuschauen.

Klammheimlich hat er sich nachts davon gemacht, ohne Aufsehen, ohne Lärm, ohne Fahnen und Fanfaren. Dunkel und kalt wird es gewesen sein - und er war erbärmlich allein. Mag sein, dass die Verlockung groß war, den Ruf des Lebens, den Ruf der Liebe zu überhören, einfach liegen zu bleiben, sich der scheinbaren Ruhe des Todesschlafes hinzugeben. Einsam mag er gewesen sein, als er den Schritt vom Tod zum Leben wagte, als er den Übergang riskierte, die Grenze überschritt.
Aber da war ein Wort, ein Raunen, eine Stimme. Vielleicht ein leiser Klang, eine leichte Melodie, ein Ahnen, ein vorüberschwebendes Wehen. Ein Ruf des Lebens ... Ein Kampf mag es gewesen sein, ein Kampf mit sich selbst, ein Kampf gegen den Tod, ein Kampf mit seinem Gott.
Und ganz viel Liebe muss in ihm gewesen sein, eine Liebe, die aus einem unendlichen Vertrauen heraus kommt. Eine Liebe, die „nein“ sagt zum Tod, eine Liebe, die herausruft zum Leben, eine Liebe, die Mut dazu macht aus den dunklen Höhlen hervorzukriechen, in denen wir uns vor dem Leben versteckt haben.
Die Liebe und das Leben haben gegen den Tod gekämpft - und sie haben gewonnen.
Er hat gewonnen.
Das Leben hat gewonnen.
Die Liebe hat gewonnen.

Das Leben, die Liebe, Gott gewinnt mitten im Dunkeln, ganz leise und unauffällig, ohne Zuschauer und Fernsehshow, ohne Waffen und Gewalt.

Als der Morgen dämmert, ist das Grab leer, der Stein weggewälzt - und nicht einmal die besten Freunde haben etwas davon mitbekommen. Nichts von Grandiosität, Siegesfeiern, Triumph, strahlendem Sieger, beifallklatschenden Zuschauern ...

Das ist Ostern und das ist Auferstehung - wenn einer mitten im Dunkel dem Leben traut und den Schritt wagt, den Grenzübergang riskiert. Manchmal ganz alleine, mitten ins Ungewisse hinein. Wenn einer den Ruf hört und aufsteht und losgeht ...
Und das ist Ostern - wenn im Dunkel der Nacht plötzlich ein Funke aufglimmt, wenn sich Menschen frierend und ein wenig verloren an einem Feuer in der Nacht treffen, wenn Worte erinnern und berühren, wenn man sich hineinnehmen lässt in das Geheimnis von Verwandlung.
Ostern geschieht immer dann und dort, wo ein Mensch es wagt dem Leben mehr zu trauen als dem Tod, den entscheidenden Schritt zu tun, die Grenze zu überschreiten, aus dem Grab herauszukommen, den Stein wegzuwälzen, der Versuchung zu widerstehen liegen zu bleiben.
Und das geschieht oft mitten in der Nacht, ganz alleine, mit viel Mut. Und es geschieht ohne öffentliches Halleluja, ohne Kirchenchor und ohne Festpredigt.
Ostern muss in mir und mit mir geschehen - oder es wird nicht geschehen.
Das ist Ostern.
Leise und manchmal fast nicht wahrzunehmen - aber doch unwiderstehlich...

 

März


Ich bin da

In das Dunkel deiner Vergangenheit und

in das Ungewisse deiner Zukunft,

in den Segen deines Helfens und

in das Elend deiner Ohnmacht

lege ich meine Zusage:

Ich bin da.


In das Spiel deiner Gefühle und
in den Ernst deiner Gedanken,
in den Reichtum deines Schweigens und
in die Armut deiner Sprache
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.

In die Fülle deiner Aufgaben und
in die Leere deiner Geschäftigkeit,
in die Vielzahl deiner Fähigkeiten und
in die Grenzen deiner Begabung
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.

In das Gelingen deiner Gespräche und
in die Langeweile deines Beten,
in die Freude deines Erfolges und
in den Schmerz deines Versagens
lege ich meine Zusage: Ich bin da.

In die Enge deines Alltags und
in die Weite deiner Träume,
in die Schwäche deines Verstandes und
in die Kräfte deines Herzen
lege ich meine Zusage:
Ich bin da.

Verfasser unbekannt



Der betende Clown
Es war einmal ein Clown, der tanzend von Ort zu Ort zog, bis er des unsteten Lebens müde war. Da gab er alle seine Habe hin und trat in ein Kloster ein. Aber weil er sein Leben bis dahin mit Tanzen und Radschlagen zugebracht hatte, war ihm das Leben der Mönche fremd, und er wusste weder ein Gebet zu sprechen noch einen Psalm zu singen.
So ging er stumm umher, und wenn er sah, wie jedermann des Gebetes kündig schien, aus frommen Büchern las und mit dem Chor die Messe sang, stand er beschämt dabei: Ach, er allein konnte nichts. “Was tu ich hier?” sprach er zu sich selbst, “ich weiß nicht zu beten und kann mein Wort nicht machen. Ich bin hier unnütz.”

In seinem Kummer flüchtete er eines Tages, als die Glocke zum Chorgebet rief, in eine
abgelegene Kapelle. “Wenn ich schon nicht mitbeten kann im Konvent der Mönche, so will ich doch tun, was ich kann.” Er zog seine Mönchskutte aus und stand da in seinem bunten Gewand, in dem er als Clown umhergezogen war. Und während vom hohen Chor die Psalmgesänge herüberwehen, beginnt er mit Leib und Seele zu tanzen: Vor- und rückwärts, links herum und rechts herum. Mal geht er auf seinen Händen durch die Kapelle, mal überschlägt er sich in der Luft und springt die kühnsten Tänze, um Gott zu loben. Und wie lange auch das Chorgebet der Mönche dauert, er tanzt ununterbrochen, bis ihm der Atem verschlägt und die Glieder ihren Dienst versagen.

Ein Mönch aber war ihm gefolgt, hatte durch ein Fenster seine Tanzsprünge mitangesehen und den Abt geholt. Am anderen Tag ließ dieser den Bruder zu sich rufen.
Der Arme erschrak zutiefst und glaubte, er solle des verpassten Gebetes wegen bestraft
werden. Also fiel er vor dem Abt nieder und sprach: “Ich weiß, Abt, dass hier meines
Bleibens nicht ist. So will ich aus freien Stücken ausziehen und in Geduld die Unrast der Straße wieder ertragen.”
Doch der Abt neigte sich vor ihm, küsste ihn und bat ihn, für ihn und alle Mönche bei Gott einzustehen: “In deinem Tanze hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Uns aber möge er alle wohlfeilen Worte verzeihen, die über unsere Lippen kommen, ohne dass unser Herz sie sendet.”

Unbekannt (nach einer französischen Legende)

Februar

Gwussten sie schon?
wilhelm willms

wussten sie schon
dass die nähe eines menschen
gesund machen,krank machen
tot und lebendig machen kann
 ...

wussten sie schon

dass die nähe eines menschen

gut machen, böse machen

traurig und froh machen kann

 

wussten sie schon

dass das wegbleiben eines menschen

sterben lassen kann

dass das kommen eines mensschen wieder leben lässt

 

wussten sie schon

dass die stimme eines menschen

einem anderen menschen, der für alles taub war

wieder aufhorchen lässt

 

wussten sie schon

dass das wort oder das tun eines menschen

wieder sehend machen kann

einen, der für alles blind war, der nichts mehr sah

der keinen sinn mehr sah in dieser welt und in seinem leben

 

wussten sie schon,

dass das zeithaben für einen menschen

mehr ist als geld

mehr als medikamente

unter umständen mehr als eine geniale operation

 

wussten sie schon

dass das anhören eines menschen wunder wirkt

dass das wohlwollen zinsen trägt

dass ein vorschuss an vertrauen

hundertfach auf uns zurückkommt

 

wussten sie schon

dass tun mehr ist als reden

wussten sie das alles schon?

wussten sie auch schon

dass der weg vom wissen über das reden zum tun

unendlich weit ist?

 

 

Ein Wort.....

 

Ein Wort kann sein:

ein Wegweiser, eine Brücke, ein

Schlüssel, ein Pflaster für eine Wunde, ein warmer Mantel gegen die

Kälte, ein brennendes Streichholz in der Dunkelheit, ein Regenbogen.

Ein Wort kann aber auch sein: 

ein

Sperrschild, ein Schlagbaum, ein Vorhängeschloss, eine Ohrfeige, eine

kalte Dusche, ein Luftzug, der Licht auslöscht, eine platzende

Seifenblase. 

Ich möchte Worte finden: 

Worte, die weiterhelfen; Worte, die Verbindung schaffen; Worte, die aufschließen;

Worte, die nicht verletzen; Worte, die wärmen; Worte, die Angst vertreiben;

Worte, auf die man sich verlassen kann. 

Verfasser unbekannt

 

Januar

Gott wohnt in uns

„Die Häuser der Menschen sind zu eng für uns.
Das Haus unserer Seele ist weiter.
In uns wohnt Gott,
der in keine menschliche Wohnung
eingezwängt werden kann.
Dort, wo Gott wohnt, ist Heimat.“

Anselm Grün
 

Momme-Nissen-Haus Pellworm


 

Gott spricht zu jedem nur...

Gott spricht zu jedem nur, eh er ihn macht,
dann geht er schweigend mit ihm aus der Nacht.
Aber die Worte, eh jeder beginnt,
diese wolkigen Worte, sind:

Von deinen Sinnen hinausgesandt,
geh bis an deiner Sehnsucht Rand;
gib mir Gewand.

Hinter den Dingen wachse als Brand,
daß ihre Schatten ausgespannt,
immer mich ganz bedecken.

Laß dir alles geschehn: Schönheit und Schrecken.
Man muß nur gehn: Kein Gefühl ist das fernste.
Laß dich von mir nicht trennen.
Nah ist das Land,
das sie das Leben nennen.

Du wirst es erkennen
an seinem Ernste.

Gib mir die Hand.

Rainer Maria Rilke (aus: Das Stunden-Buch)

 

Gott spricht

 

Die Sieben „Welt“-Wunder:
Eine Schulklasse wurde gebeten zu notieren, welches für sie die Sieben Weltwunder wären.
Folgende Rangliste kam zustande:

1. Pyramiden von Gize
2. Taj Mahal
3. Grand Canyon
4. Panamakanal
5. Empire State Building
6. St. Peters Dom im Vatikan
7. Grosse Mauer China

Die Lehrerin merkte beim einsammeln der Resultate, dass eine Schülerin noch am Arbeiten war. Deshalb fragte sie die junge Frau, ob sie Probleme mit ihrer Liste hätte.

Sie antwortete: „Ja. Ich konnte meine Entscheidung nicht ganz treffen. Es gibt so viele Wunder.“
Die Lehrerin sagte:
„Nun, teilen Sie uns das mit, was Sie bisher haben und vielleicht können wir ja helfen.“
Die junge Frau zögerte zuerst und las dann vor.

„Für mich sind das die Sieben Weltwunder:

1. Sehen
2. Hören
3. sich Berühren
4. Riechen
5. Fühlen
6. Lachen ...
7. ... und Lieben!“

Im Zimmer wurde es ganz still.
Diese alltäglichen Sachen, die wir als selbstverständlich betrachten und oft gar nicht realisieren, sind wirklich wunderbar. Die kostbarsten Sachen im Leben sind jene, die nicht gekauft und nicht hergestellt werden können.

Wunder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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